Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Medizin zwischen Ethik und Ökonomie

Termin: 21.10.2005, 15:30 Uhr, bis 23.10.2005, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Ev. Akademie Tutzing
Schlossstrasse 2 - 4
82327 Tutzing

Referenten: Dr. theol. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing) *** Prof. Dr. rer. pol. Dr. med. Karl-Heinz Wehkamp (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Gesundheit/Public Health, Hamburg) *** Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Helmut Biatsch (Institut für Medizin- und Organisationsethik, Blaustein) *** PD Dr. biol. hum. Dr. med. Gerlinde Sponholz (Institut für Medizin- und Organisationsethik, Blaustein) *** Dr. Ing. Dipl.-Kfm. Christoph Lohfert (Unternehmensberatung Lohfert & Lohfert AG, Hamburg) *** Dr. med. Dr. phil. Günther Niklewski (Leitung Ressort Ärztliche Grundsatzfragen, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum Nürnberg) *** Klaus Wambach (Vorstand, Klinikum Nürnberg) *** PD Dr. med. Peter M. Jehle (Chefarzt der Klinik für Innere Medizin der Paul-Gerhardt-Stiftung Wittenberg) *** Andreas Möller (Pflegedirektor, Diakoniekrankenhaus Rotenburg) *** Dr. rer. nat. Christoph Weigle (Assistent der Geschäftsführung, Qualitätsmanagement, Diakoniekrankenhaus Rotenburg) *** Dr. phil. Rainer Wettreck (Pfarrer, Dipl.-Psych., Direktor der Paul-Gerhardt-Stiftung, Wittenberg) *** Dr. med. Eva Winkler (Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München, bis Ende 2004 Fellow am Center for Ethics and the Professions, Harvard University, Boston/Cambridge USA)

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?lfdnr=804& ...

Kurzbeschreibung: Die Ethik der Medizin steht vor großen Herausforderungen. Wissenschaftliche und technische Fortschritte eröffnen Möglichkeiten, die bis vor Kurzem noch kaum zu ahnen waren. Damit ist vieles unsicher geworden und über einige Fragen herrscht sogar heftiger Streit. Im Vordergrund stehen dabei die tatsächlichen oder möglichen Folgen biomedizinischer Entwicklungen. Doch stellen diese nur die eine Seite der ethischen Medaille dar. Auf deren anderer stehen die äußeren Bedingungen, unter denen Heilkunde und Pflege praktisch ausgeübt werden: ihre Organisationsformen, ihre Finanzierung, ihr Management, ihre Rechtsordnungen. Auch diese stellen – im Alltag sogar sehr viel mehr als die großen bioethischen Fragen – Beteiligte und Betroffene vor laufend größer werdende ethische Herausforderungen.

Lange Zeit wurden unter dem Vorzeichen „Rahmenbedingungen“ Ökonomie, Organisation und Recht als dem „Auftrag“ der Heil- und Pflegeberufe nach- oder sogar untergeordnet betrachtet. Unter dem Zwang leerer Kassen scheint sich diese Hierarchie nun umzukehren. Die Ökonomie scheint zunehmend die Richtung vorzugeben. Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und andere, die mit kranken Menschen und für sie arbeiten, klagen immer wieder, wirtschaftliche Zwänge hinderten sie daran, den ethischen Anforderungen ihres Berufs gerecht zu werden. Die Ökonomie erscheint dabei als Feind der Ethik. Aber ist sie tatsächlich ohne Ethik bzw. kann sie ohne Ethik funktionieren?

Wenn Medizin und Gesundheitswesen – und darin exemplarisch die Organisation Krankenhaus – für die dort Tätigen und die sonst Beteiligten oder Betroffenen menschengerecht bleiben bzw. wieder werden sollen, dürfen die Ethiken der Heilberufe und die Ethik des Managements nicht gegeneinander stehen, sondern müssen zusammenfinden. Dazu müssen Pflegende, Ärztinnen und Ärzte, Leitung und Mitarbeitende aus der Verwaltung sowie alle anderen Beteiligten kontinuierlich lernen, miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam akzeptable Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden. Wie dies konkret geschehen kann, wird bei der Tagung exemplarisch vorgestellt und anhand konkreter Beispiele und Erfahrungen diskutiert.

Wir laden in Heilberufen, Administration, Management oder an anderen Stellen im Gesundheitswesen Tätige bzw. dafür Verantwortliche, von den Veränderungen dort, wo und wie auch immer, Betroffene und alle sonst Interessierten herzlich ins Tutzinger Schloss ein.

Kontakt: Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstrasse 2 - 4
82327 Tutzing

Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25 (Mo - Fr 09:00 - 12:00)
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing)

Schlagworte: Ärztliches Ethos, Medizinische Ethik

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