Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Tierversuche und Tierschutz

Termin: 23.3.2001, 14:30 Uhr, bis 25.3.2001, 13:00 Uhr

Kurzbeschreibung: Tierversuche sind umstritten. Manche verteidigen sie aus Überzeugung, andere
halten sie für ein notwendiges Übel, wieder andere lehnen sie ganz ab.
Das Tagungsthema wird jedenfalls viele Fragen auf: Werden Versuchstiere
nur als Messinstrument oder auch als Mitgeschöpf behandelt? Lassen sich
Erkenntnisse aus Tierversuchen auf Menschen übertragen? Sind solche
Versuche unerlässlich und juristisch sowie ethisch vertretbar? Durch Tierversuche
soll auch geprüft werden, ob Arzneimittel, Chemikalien und Pflanzenschutzmittel
Menschen gefährden. Sind die gesellschaftlichen Ansprüche und
wissenschaftlichen Anforderungen an solche Prüfungen angemessen? Lässt
sich die neuerdings gestiegene Zahl der verwendeten Tier samt ihrer Belastung verringern?
Welche Alternativen zu Tierversuchen gibt es? Was muss die Politik tun,
um Tiere besser zu schützen?

Vorträge:

Zur Ethik der Tierversuche aus Sicht eines Biomediziners (Prof. Dr. Axel Haverich,
Medizinische Hochschule Hannover); Zur Ethik der Tierversuche aus Sicht
eines Ethikers (Prof. Dr. Wolfgang Lienemann (Universität Bern); Zur Frage der
"Unerlässlichkeit" und der "ethischen Vertretbarkeit" aus juristischer Sicht
(Dr. Johannes Caspar, Universität Hamburg); Möglichkeiten und Grenzen des
Erkenntnisgewinns aus Tierversuchen - Übertragbarkeit auf Menschen? (Prof. Dr. Holger
Martens, Freie Universität Berlin, und Prof. Dr. Eberhard Günther, Universität Göttingen);
Alternativen zu Tierversuchen: Möglichkeiten und Grenzen (Prof. Dr. Horst Spielmann,
Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin Berlin);
Möglichkeiten, die Zahl der Versuchwecke gezüchteter und gehaltener Tiere zu
verringern und ihr Wohlbefinden zu verbessern (Dr. Franz-Paul Gruber, Fonds für
versuchtierfreie Forschung Zürich); Toxikologische und ökologische Prüfungen an
Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln - gesellschaftliche Ansprüche und
wissenschaftliche Anforderungen (Prof. Dr. Heinz-Peter Gelbke, BASF Ludwigshafen)

Arbeitsgruppen:

Genehmigungsverfahren: Bestandsaufnahme aus der Sicht Beteiligter und
Betroffener; Alternative Methoden zum Tierversuch; Verringerung der Zahl der
für Versuchszwecke gezüchteten und gehaltenen Tiere und Verbesserungsmöglichkeiten
für ihr Wohlbefinden; Tierversuche zur Prüfung von Stoffen, die in Verkehr
gebracht werden sollen: Was ist erforderlich, was überflüssig?; Das Versuchstier:
Messinstrument und/oder Mitgeschöpf? Einschätzungen und Handlungsbedarf - erste
Stellungnahmen aus Sicht der Fraktionen im Deutschen Bundestag

Kontakt: Evangelische Akademie Bad Boll
Magdalena Hummel
Akademieweg 11
D-73087 Bad Boll
Tel.: 07164 / 79 - 210
Fax: 07164 / 79 - 12 07
Tagungsnummer 520501
magdalena.hummel@ev-akademie-boll.de
http://www.ev-akademie-boll.de/

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Helmut Geiger, Martin Pfeiffer

Schlagworte: Tierethik

Artikelaktionen