Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Schmerz. Herausforderung für die Therapie

Termin: 3.3.2006, 15:30 Uhr, bis 5.3.2006, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See

Referenten: Dr. theol. Christoph Meier (Ev. Akademie Tutzing) *** Dr. med. Marianne Koch (Ärztin und Journalistin, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, Tutzing) *** Dr. med. Antje Beyer (Klinik für Anästhesiologie und Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Großhadern) *** PD Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas R. Tölle (Leiter der Schmerzambulanz, Neurologische Klinik der Technischen Universität München, Klinkum Rechts der Isar) *** Dr. phil. Hanne Seemann (Dipl.-Psych., Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg) *** Dr. med. Reinhard Thoma (Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Schmerzzentrum, Krankenhaus der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing e.V.) *** Dr. med. Eva Winter (Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Schmerzzentrum, Krankenhaus der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing e.V.) *** Gabriele Kratzer (Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Schmerzzentrum, Krankenhaus der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing e.V.) *** Birgitta Gibson (Leiterin der Selbsthilfegruppe, Vizepräsidentin der Deutschen Schmerzliga, Dietzenbach) *** Dr. med. Dominik Irnich (Leiter der Interdisziplinären Schmerzambulanz, Klinik für Anästhesiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Innenstadt) *** Dr. med. Birgit Haberland (Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Großhadern) *** Prof. em. Dr. theol. Klaus Peter Jörns (Praktische Theologie, Humboldt-Universität Berlin) *** Prof. Dr. med. Klaus A. Lehmann (Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Universität Köln) *** Dr. Helmut Platzer (Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern)

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?lfdnr=834& ...

Kurzbeschreibung: Schmerz ist ein Massenleiden. Jeder zehnte Bundesbürger wird täglich davon gequält und 8 % - 10 % dieser Betroffenen, also 650.000 bis 800.000 Menschen, bedürfen einer speziellen schmerztherapeutischen Behandlung, ca. 220.000 einer besonderen Tumorschmerztherapie. Chronische Schmerzen sind zur verbreitesten, kostspieligsten und belastendsten Gesundhheitsstörung in der westlichen Welt geworden. In der Bundesrepublik Deutschland führen Sie zu 3.000 bis 4.000 Suiziden jährlich.

Vielen so Leidenden könnte geholfen werden. Moderne Schmerztherapie hat vielfältige Möglichkeiten, auch stärkste Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu lindern oder sogar zum Verschwinden bringen. Doch Ärzte und Patienten sind oft nicht ausreichend informiert und so mangelt es vielfach an einer effektiven Nutzung dieser Möglichkeiten. Darüber hinaus sind religiöse, kulturgeschichtliche und andere Verharmlosungen bis Verklärungen des Schmerzes und, damit verbunden, teilweise abenteuerliche Vorurteile noch immer weit verbreitet und stark wirksam. Nicht zuletzt auch deshalb tritt Schmerztherapie in Forschung, Ausbildung und Praxis erst allmählich aus ihrem bisherigen Schattendasein heraus - mit der Folge, dass noch heute chronisch Schmerzkranke, bevor sie in eine Facheinrichtung gelangen, durchschnittlich zehn Jahre lang Behandlungsversuche von acht verschiedenen Fachärzten über sich haben ergehen lassen; 80 % von ihnen lagen während dieser Zeit mindestens einmal im Krankenhaus und ein Drittel hat sich wegen der Schmerzen operieren lassen: alles ohne Erfolg, doch mit viel verlorener Zeit. In späteren Stadien der Chronifizierung gelingt es meistens nur noch, den Schmerz zu vermindern, nicht mehr, ihn zu beseitigen.

Auf diesem medizinischen, gesellschaftlichen und (gesundheit-)politischen Hintergrund ist es Ziel der Tagung, Informationsdefizite abzubauen, verbreitete Fehlinformationen und Vorurteile zu korrigieren, positive Möglichkeiten der Schmerztherapie exemplarisch darzustellen und nicht zuletzt auch politische Impulse für eine bessere Wahrnehmung und Praxis der Schmerztherapie in Deutschland zu setzen.

Wir laden Ärztinnen und Ärzte, andere im Gesundheitswesen Tätige und dafür Verantwortliche, Betroffene und ihre Angehörigen sowie alle sonst Interessierten herzlich nach Tutzing ein.

Kontakt: Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See
Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Tutzing)

Schlagworte: Gesundheitswesen, Klonierung, Palliativbehandlung

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