Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Tun und Lassen in der Medizin

Termin: 27.3.2006, 10:30 Uhr, bis 28.3.2006, 17:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See

Referenten: Dr. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing) *** Dr. Gernot Sittner (Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung) *** Prof. em. Dr. Dr. hc. mult. Kurt Kochsiek (Medizinische Universitätsklinik Luitpoldkrankenhaus, Würzburg) *** Prof. Dr. theol. Hans G. Ulrich (Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik), Universität Erlangen) *** Dr. med. Karl-Philipp Gloning (Pränatalmedizin München (MVZ)) *** Dr. med. Boris Zernikow (Vestische Kinderklinik der Universität Witten-Herdecke) *** Prof. em. Dr. med. Joest Martinius (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität (LMU) München) *** Prof. Dr. med. Otto-Albrecht Müller (II. Med. Abteilung, Rotkreuzkrankenhaus München) *** Dr. phil. Monika Dorfmüller (leitende klinische Psychologin i.R., München) *** Prof. Dr. med. Christian Lackner (Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, Universität (LMU) München) *** Prof. Dr. med. Christoph Nerl (I. Medizinische Klinik (Hämatologie/Onkologie), Klinikum München – Schwabing) *** Prof. Dr. med. Karl-Walter Jauch (Chirurgische Klinik und Poliklinik am Klinikum Großhadern der Universität (LMU) München) *** Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann (Abteilung für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Göttingen, Präsidentin der Akademie für Ethik in der Medizin e.V.) *** Prof. Dr. med. Stefan N. Willich (Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Charité Berlin)

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/upload/852.pdf

Kurzbeschreibung: Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Medizin sind groß und wachsen quantitativ wie qualitativ ständig weiter. Vorhandene Techniken, Verfahren, Geräte und Medikamente werden immer wieder verbessert; neue kommen laufend hinzu. Diese Entwicklung verläuft so schnell, dass schon Ärzte kaum noch in der Lage sind, über ihr eigenes Spezialgebiet hinaus den Überblick zu behalten; medizinische Laien sind völlig überfordert. Im Falle einer Erkrankung aber stehen Patienten (die in der Regel medizinische Laien sind) und ihre Ärzte gemeinsam vor der Frage, welche der vorhandenen Möglichkeiten sie wie einsetzen können, sollten und wollen. Dabei fällt Tun meist leichter als Lassen und die Vielfalt der Möglichkeiten schafft zusätzliche Anreize, viel zu tun. Hoffnungen der Patienten und ihrer Angehörigen, die sich an jeden Strohhalm klammern, sowie emotionale Schwierigkeiten der Ärzte, sich selbst und anderen einzugestehen, dass die Heilungsmöglichkeiten begrenzt sind, verstärken noch die Neigung, möglichst viel zu tun.

Doch manchen Patienten – gerade auch solchen in schwierigen Krankheitssituationen – ist mit dem Verzicht auf immer wieder neue diagnostische und therapeutische Interventionen mehr geholfen als mit Aktionismus und dadurch ständig genährten unrealistischen Hoffnungen. Theoretisch ist dies den Beteiligten und Betroffenen zwar häufig bewusst; praktisch aber fällt es vielfach schwer, entsprechend zu handeln, bzw. auf ein bestimmtes Handeln zu verzichten. Dabei heiß „Lassen“ keineswegs, dass nichts mehr getan wird, sondern lediglich, dass anderes getan wird: z.B. palliativmedizinische Betreuung und Begleitung an Stelle von Überdiagnostik und nutzlosen Therapieversuchen.

Es geht um eine patienten- und situationsgerechte Diagnostik und Therapie im Interesse und zum Wohle der jeweils betroffenen Kranken. Wie eine solche für bestimmte Patientinnen, Patienten oder Patientengruppen in spezifischen Situationen aussehen kann und nach welchen verallgemeinerbaren Kriterien allfällige Entscheidungen über Tun oder Lassen in entsprechenden Krankheitssituationen getroffen werden können, wird bei der Tagung erörtert.

Wir laden Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Patientinnen und Patienten, Angehörige und alle sonst an der Thematik Interessierten herzlich ins Tutzinger Schloss ein.

Kontakt: Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See
Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Tutzing)

Schlagworte: Gesundheitswesen, Krankheit, Medizinische Ethik

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