Titel: Eine Medizin für alle!?
Termin:
29.5.2006
Veranstaltungsort:
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See
Referenten: Alexandra Schwarz (Psychologin, Kinderklinik der Universität Erlangen) *** Armin Heil (Geschäftsführer Pflegedienstleitung, Ambulante Krankenpflege Tutzing e.V.) *** Dr. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing) *** Dr. Friedrich Mohr (Arzt für Psychiatrie, Bezirkskrankenhaus Haar) *** Dr. Joachim Bauer (Arzt, Klinik für Geriatrie, Klinikum Nürnberg) *** Dr. Michael Dalhoff (Leiter des Referats Grundsatzfragen der gesetzlichen Krankenversicherung, Bundesministerium für Gesundheit) *** Dr. Ralf Jox, MA (Arzt, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin, Klinikum Großhadern der Universität (LMU) München) *** Dr. Regina Biesenecker (niedergelassene Ärztin, Schwarzenbach/Wald) *** Dr. Tilman Rentel (Arzt, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Klinikum Nürnberg) *** Elfi Heimsoeth, Dipl. Soz. Päd. (Bayerische Gesellschaft für psychische Gesundheit, München) *** Emmeram Raßhofer (Patientenberater, Gesundheitsladen München) *** Gottfried Wörishofer (Sozialpädagoge, Münchner Psychiatrie-Erfahrene e.V.) *** Heidi Albisser, MSc (Pflegefachfrau und Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Angewandte Ethik und Medizinethik, Universität Basel) *** Herbert Koch (Stationsleiter Pflege, Zentralklinikum Augsburg) *** Jun.-Prof. Dr. Peter Dabrock (Fachgebiet Sozialethik/Bioethik, Fachbereich Evangelische Theologie, Universität Marburg) *** PD Dr. Bernward Gesang (Konstanz) *** Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Peter (Ärztlicher Direktor des Klinikums Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München) *** Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz (Direktor der Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung) *** Prof. Dr. Marcel Tanner (Schweizerisches Tropeninstitut & Universität Basel) *** Prof. Dr. Otto-Albrecht Müller (Chefarzt II. Med. Abteilung, Rotkreuzkrankenhaus München) *** Prof. Dr. Stella Reiter-Theil (Vorsteherin des Instituts für Angewandte Ethik und Medizinethik, Universität Basel) *** Ramazan Salman (Geschäftsführer des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V., Mitglied des Ethik-Komitees der Medizinischen Hochschule, Hannover) *** Sibylle Herbert (Journalistin mit Erfahrungen als Patientin, Köln) *** Sibylle Storkebaum, Dipl.-Psych. (Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und med. Psychologie, Klinikum Rechts der Isar der TU München) *** Uta Maaß (Besuchsdienst in der Kinderonkologie am Klinikum München-Schwabing)
Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?part=detai ...
Wir haben eine europäische Tradition zu verteidigen: die Maxime eine Medizin für alle! Sie wird auch in Deutschland von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit vertreten und von verantwortlichen Politikerinnen und Politikern unterstützt. Erfahrungen vieler Betroffener und Akteure besagen jedoch, dass die alltägliche Realität in Kliniken, Praxen und anderen Einrichtungen dem nicht gerecht wird. Immer mehr Sachkenner, bestätigt von Wissenschaftlern, erklären offen, was im Grunde alle (auch diejenigen, die bisher noch anderes behaupten) wissen: Unter den aktuellen politischen Vorgaben von Beitragsstabilität und Ausgabenbegrenzung ist eine gleiche Versorgung für alle nicht realisierbar. Wenn nicht mehr alles von der Solidargemeinschaft finanziert werden kann, andererseits aber vieles zum individuellen Zukauf angeboten wird, lassen sich Bevorzugungen und Benachteiligungen unterschiedlich zahlungskräftiger Patientinnen und Patienten kaum vermeiden. Bei den solidarisch finanzierten Leistungen führt kein Weg an Rationierungen vorbei. Offen bleibt dabei nur, ob entsprechende Entscheidungen wie bisher schon in vielfältiger Weise informell und oft subjektiv getroffen, oder ob dafür auf demokratischen Entscheidungswegen allgemein gültige Regeln aufgestellt werden, die eine Mehrheit der Gesellschaft akzeptieren kann und die dann auch für alle Beteiligten und Betroffenen transparent angewendet werden.
Mit unserem diesjährigen Patientenforum Medizinethik möchten wir Probleme aufzeigen, die der Verwirklichung der Maxime eine Medizin für alle im Wege stehen nicht nur politisch, sondern auch im Kleinen: am Krankenbett, in der ärztlichen Praxis und andernorts im Alltag des Einzelnen. Wir wollen aber auch die globale Dimension der gerechten Verteilung nicht aus den Augen verlieren: Geklagt wird in Deutschland auf hohem Niveau. Anknüpfend an konkrete Fragestellungen sollen Möglichkeiten zur Lösung oder Verminderung der Probleme zur Diskussion gestellt werden. Im Blick auf längerfristige Perspektiven möchten wir zu einer ehrlicheren Diskussion über Solidarität und Gerechtigkeit beitragen, die sich konstruktiv und realistisch mit der wachsenden Spannung zwischen hohen Ansprüchen und begrenzten Finanzmitteln auseinandersetzt.
Wir laden herzlich nach Tutzing ein: Patientinnen/Patienten, Angehörige, Ärztinnen/Ärzte, Pflegekräfte und andere in der Krankenversorgung Tätige, für Organisation und Gestaltung des Gesundheitswesens Verantwortliche bzw. Engagierte sowie alle sonst Interessierten.
Kontakt:
Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss Straße 2 - 4
82327 Tutzing am Starnberger See
Tel.:
+49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/
Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Tutzing), Prof. Dr. Stella Reiter-Theil (Basel)
Schlagworte: Gesundheitswesen, Medizinische Ethik