Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Kulturgeschichte des Menschenversuchs im 20. Jahrhundert

Termin: 4.5.2006, 12:30 Uhr, bis 5.5.2006, 17:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Universitätsclub Bonn
Konviktstraße 9
53113 Bonn

Referenten: Birgit Griesecke (Bonn / Berlin) *** Volker Roelcke (Gießen) *** Mai Wegener (Berlin) *** Tom Holert (Berlin) *** Wolfgang Krohn (Bielefeld) *** Stefan Rieger (Köln) *** Petra Gehring (Darmstadt) *** Nicolas Pethes (Bonn / Hagen) *** Katja Sabisch (Bonn / Bielefeld) *** Margarete Vöhringer (Berlin) *** Jakob Tanner (Basel) *** Torsten Hahn (Köln) *** Marcus Krause (Bonn / Köln) *** Christina Brandt (Berlin)

Kurzbeschreibung: Daß Menschen mit sich selbst experimentieren, bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Bilder, die Menschen von sich selbst zeichnen. Nicht nur ein Selbstversuch, sondern auch jedes Experiment am anderen Menschen, ist ein Versuch ›an sich selbst‹, insofern die Untersuchungen stets der Erkenntnis der Funktionen ›des Menschen‹ im allgemeinen dienen. Menschenversuche werden immer zugleich am einzelnen Individuum und im Dienste der statistischen Ermittlung der Gesetzmäßigkeiten menschlicher Funktion und menschlichen Verhaltens entworfen. Zu fragen ist, wie angesichts dieser Simultaneität von Subjektivierung und Normalisierung die experimentelle Abstandnahme des Menschen von sich selbst vonstatten geht. Dabei tritt zum einen die Unterscheidung zwischen der jeweils individuellen Versuchsperson und der ›großen Zahl‹, zu der sie aufgrund statistischer Versuchsauswertungen gehört, in den Blick. Zum anderen geht es um die gesellschaftliche Dimension sowohl einzelner Versuchsanordnungen als auch eines biopolitischen Experimentaldispositivs. Aus kulturhistorischer Perspektive sind dabei vor allem auch die mitunter spektakulären Versuchsanordnungen oder Unfälle von Interesse, bei denen die Probierhaltung, die Ab- und Umwege und die Irrtümer der Forschung im Vordergrund stehen. Hier werfen Menschenversuche das Problem ihrer Darstellbarkeit auf, die neben der Frage nach den medialen Projektionen von Wissenschaft immer auch die Vermittelbarkeit individueller Grenzerfahrungen betreffen.

Kontakt: Emmy-Noether-Forschungsgruppe
"Kulturgeschichte des Menschenversuchs"
Germanistisches Seminar
Universität Bonn
Am Hof 1 d
53113 Bonn
Tel.: +49 - (0)228 - 73 75 69
kgmv@uni-bonn.de
http://www.germanistik.uni-bonn.de/kgmv/

Veranstalter: Germanistisches Seminar der Universität Bonn

Schlagworte: Humanexperiment

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