Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Naturalisierung des Menschen? Tragweite und Grenzen der neuen naturwissenschaftlichen Deutungen des Menschen

Termin: 13.7.2006, 18:00 Uhr, bis 16.7.2006, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Tagungszentrum Hotel Aquino
Hannoversche Straße 5 b
10115 Berlin

Referenten: Prof. em. Dr. Jan Beckmann (Fernuniversität Hagen, Institut für Philosophie) *** Prof. Dr. Andreas Elepfandt (HU Berlin, Institut für Biologie) *** MMag. Georg Gasser (Universität Innsbruck, Institut für Christliche Philosophie) *** Prof. Dr. Wilhelm Gräb (HU Berlin, Seminar für Praktische Theologie) *** Prof. Dr. Hille Haker (Fachbereich Katholische Theologie der Universität Frankfurt a. M.) *** Prof. Dr. Dr. Thomas Heinemann (Universität Bonn, Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE)) *** Prof. em. Dr. Hanfried Helmchen (FU Berlin, Psychiatrische Klinik und Poliklinik) *** Prof. em. Dr. Alfred Hildebrandt (Bonn, ehemals Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) *** Prof. Dr. Dr. h.c. Ludger Honnefelder (Guardini Professur, Theologische Fakultät, HU Berlin) *** Prof. Dr. Ferdinand Hucho (FU Berlin, Institut für Chemie/Biochemie) *** Prof. Dr. Geert Keil (RWTH Aachen, Philosophische Fakultät) *** PD Dr. Gerd Kempermann (Max-Dellbrück-Centrum für molekulare Medizin, Berlin) *** Prof. Dr. Joachim Klosterkötter (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Köln) *** Prof. Dr. Harald Knudsen (HU Berlin, Systematische Theologie) *** Prof. Dr. Rudolf Langthaler (Institut für Christliche Philosophie, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien) *** Dr. Dirk Lanzerath (Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)) *** Ass.-Prof. Mag. Dr. Dr. Winfried Löffler (Universität Innsbruck, Institut für Christliche Philosophie Innsbruck) *** Prof. em. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier (Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universität Köln) *** Prof. em. Dr. Hans Poser (TU Berlin, Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technickgeschichte) *** Prof. Dr. Josef Quitterer (Universität Innsbruck, Institut für Christliche Philosophie Innsbruck) *** Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Günter Rager (Universität Fribourg, Institut für Anatomie und Spezielle Embryologie) *** Prof. Dr. Jens Reich (Max-Dellbrück-Centrum für molekulare Medizin, Berlin) *** Prof. em. Dr. Friedo S.J. Ricken (Hochschule für Philosophie München) *** Prof. Dr. Edmund S.J. Runggaldier (Universität Innsbruck, Institut für Christliche Philosophie Innsbruck) *** Dr. Matthias C. Schmidt (Guardini Professur, Theologische Fakultät, HU Berlin) *** Prof. Dr. Dr. Heinz Schott (Medizinhistorisches Institut, Universität Bonn) *** Prof. Dr. h.c. habil. Richard Schröder (HU Berlin, Seminar für Systematische Theologie) *** Prof. Dr. Erwin Smith (IFOMIS, Universität des Saarlandes und University of Buffalo) *** Prof. Dr. Dieter Sturma (Universität Essen, Institut für Philosophie) *** PD Dr. Jan Szaif (Universität Bonn, Institut für Philosophie) *** Dr. Rudolf Teuwsen (Nationaler Ethikrat, Berlin) *** Dr. Thomas Wabel (HU Berlin, Seminar für Systematische Theologie) *** Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Tübingen) *** Prof. Dr. Karl Zilles (Universität Düsseldorf und Forschungszentrum Jülich)

Weitere Informationen:
http://www.guardini.de/kalender/programm.htm#naturalisierung

Kurzbeschreibung: Die neuere Forschung im Bereich der Lebenswissenschaften hat unbekannte und weitreichende Perspektiven auf die Natur des Menschen eröffnet, die der Deutung und Einordnung im Blick auf ein angemessenes Bild des Menschen bedürfen.

Bislang stößt die dazu notwendige Debatte jedoch auf Hindernisse. So haben die neuen methodischen Ansätze in den Naturwissenschaften (Molekulare Biologie, Genomforschung, Hirnforschung) und die dadurch eröffneten Einsichten auf philosophischer Seite zu einer Renaissance bzw. einer Weiterentwicklung naturalistischer Deutungsmuster geführt; die Deutungen stoßen ihrerseits jedoch auf den Einwand reduktionistischer Engführung. Auf Seiten der Geisteswissenschaften dominieren philosophische Positionen, die der naturwissenschaftlichen Herausforderung durch den Rückgriff auf Formen einer Zwei-Welten-Perspektive zu begegnen versuchen; solche Ansätze sind ihrerseits dem Einwand kulturalistischer Selbstabgrenzung ausgesetzt. Versuche zur Überwindung dieser unfruchtbaren Konfrontierung zeichnen sich ab, bedürfen aber der Fortführung und Intensivierung.

Als dringend notwendig erscheint daher das Gespräch zwischen den verschiedenen fachlichen Perspektiven und Positionen, das sich auf die Herausforderung durch die neuere Forschung einlässt und die Einsichten der neuen Lebenswissenschaften mit den philosophisch unabweisbaren formalen Strukturen unseres Selbstverständnisses zu verbinden versucht. Ein solches wissenschaftliches Gespräch zu ermöglichen ist das Ziel der Konferenz, die als Teil des Wissenschaftlichen Programms des Guardini Kollegs 2005/2006 (»Im Schnittpunkt der Wissenschaften - Homo sapiens«) veranstaltet wird.

In der bisherigen Debatte zur Naturalisierung des Menschen standen die Phänomene des menschlichen Geistes in Bezug auf Denken und Willensfreiheit im Vordergrund. Kaum diskutiert wurden dagegen im Blick auf das Naturalismus-Konzept zwei andere Problemfelder, nämlich

- die organische Natur des Menschen, d.h. die Deutung des menschlichen Körpers sowie

- das Verständnis von Gesundheit und Krankheit.

Beide Felder sind derzeit Gegenstand intensiver biomedizinischer Forschung; sie beziehen sich zugleich auf unabdingbare Momente des menschlichen Selbstverständnisses. Naturalistische Erklärungen treten deshalb in beiden Bereichen unmittelbar in ein Spannungsverhältnis zu lebensweltlichen Deutungen - ein Spannungsverhältnis, das angesichts der Bedeutung der Phänomene eine expliziten interdisziplinären Klärung bedarf.

Die Themenbereiche wurden von interdisziplinären Gruppe von Wissenschaftlern auf zwei internen Arbeitstagungen debattiert. Die Resultate werden jetzt - ergänzt durch weitere Beiträge zur Naturalismus-Debatte - auf der abschließenden Konferenz einem breiteren Kreis zur Diskussion vorgestellt.

Kontakt: Herr Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder
Humboldt-Universität zu Berlin
Theologische Fakultät
Sitz: Invalidenstraße 110
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel.: +49 - (0)30 - 20 93 73 71
Fax: +49 - (0)30 - 20 93 73 81
ludger.honnefelder@theologie.hu-berlin.de
http://www.guardini.de/

Veranstalter: Guardini Kolleg - Guardini Stiftung e.V., Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung - Humboldt-Universität zu Berlin

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder

Schlagworte: Genforschung/-technik, Gesundheitswesen, Hirnforschung, Krankheit, Medizinische Ethik

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