Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: "Grenzen in einer entgrenzten Welt" Grenzen verschieben - Grenzen beachten - Grenzen setzen: Was kann Ethik beitragen?

Termin: 7.9.2006, 18:00 Uhr, bis 10.9.2006, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Tagungszentrum Hohenheim
Paracelsusstraße 91
70599 Stuttgart

Weitere Informationen:
http://www.izew.uni-tuebingen.de/netzwerk-bawue/veranst_akademie_2006. ...

Kurzbeschreibung: Grenzen sind eine zentrale menschliche Grunderfahrung. Grenzen schaffen Unterschiede und geben so Orientierung, was wirklich ist, was man wissen kann und was machbar ist. Sie manifestieren sich zudem darin, was für erlaubt oder geboten gehalten wird. In diesem Sinn gewähren sie Schutz und ermöglichen zugleich Freiräume. Die Hinterfragung von Grenzen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die Balance zwischen Freiheit und Schutz zu bewahren. Veränderungen stellen dabei für alle Betroffenen eine permanente Herausforderung dar.

Durch neue Erkenntnisse in Wissenschaft und Technik verschieben sich Grenzen. Wann erleben wir dies als Fortschritt? Die Erschließung von neuen Möglichkeiten scheint dort zunächst einmal Grenzen zu überschreiten, wo Konsequenzen unüberschaubar und der unmittelbaren Kontrolle entzogen sind, beispielsweise im Bereich neuer Technologien. Sofern auch das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit betroffen ist, reicht dies hinein bis ins menschliche Selbstverständnis und seine (kulturelle) Selbstdefinition. Rückbindung an gesellschaftlichen Diskurs ist hier wünschenswert. Grenzziehung wird dabei umso schwerer als auch wissenschaftlicher Wettbewerb und ökonomische Verwertbarkeit mit berücksichtigt werden wollen.

Kulturelle Identität wird aus einer weiteren Perspektive herausgefordert: Die so genannte Globalisierung verlangt häufig den Umgang mit anderen Ausdrucksformen; Macht spielt dabei keine unbedeutende Rolle. Wie viel Anpassung ist hier nötig, um gerade dadurch die eigene Identität zu bewahren? Angesichts der Entwicklungen in Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft ist diese Frage vor allem auch im Blick auf Entwicklungsländer heute dringender als je zuvor.

Moderne Medien ermöglichen nicht nur eine globale Vernetzung, sondern schaffen auch eine neue Dimension der Wirklichkeit: der virtuelle Raum erscheint als ein wirkmächtiges Mittel zur Aufhebung von Grenzen. Welche Auswirkungen hat dies auf Körperverständnis, soziale Beziehungen, menschliche Identität?

Die Veranstaltung richtet sich an Post-DoktorandInnen, DoktorandInnen und fortgeschrittene Studierende im Bereich der Ethik und anderer Disziplinen, in deren Forschungskontext normative Fragen aufgeworfen werden. Diese sind eingeladen, einige Tage intensiv miteinander über Themen zu arbeiten, die für die eigenen (Forschungs-)Arbeiten der Teilnehmenden von Bedeutung sind. Der Schwerpunkt der Veranstaltung soll auf der Präsentation und Diskussion von ca. 20minütigen Beiträgen der TeilnehmerInnen der Nachwuchstage liegen, in denen sie ihr Thema hinsichtlich ethischer Fragestellungen reflektieren. Strukturiert wird die Veranstaltung zudem durch Vorträge einschlägig ausgewiesener WissenschaftlerInnen.

Kontakt: Dr. Walter Schmidt
Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)
Universität Tübingen
Wilhelmstraße 19
72074 Tübingen

Tel.: +49 - (0)7071 - 2 97 79 82
Fax: +49 - (0)7071 - 29 52 55
walter.schmidt@uni-tuebingen.de
http://www.izew.uni-tuebingen.de/

Veranstalter: Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) an der Universität Tübingen

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dietmar Mieth (Ethik-Netzwerk Baden-Württemberg), Dr. Walter Schmidt (Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), Tübingen), Fabian Scholtes (Universität Tübingen)

Schlagworte: Eugenik/Enhancement, Genetische Tests/Beratung, Genforschung/-technik, Humangenetik, Krankheit, Lebensende, Lebensverlängerung, Medizinische Ethik, Organ-/Gewebetransplantation, Patentierung, Pränataldiagnostik

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