Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Stammzellen und therapeutisches Klonen - Biomedizin ohne Grenzen?

Termin: 9.5.2001, 13:00 Uhr, bis 9.5.2001, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Kurzbeschreibung: Die moderne Biotechnologie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem
zentralen Werkzeug der Lebenswissenschaften entwickelt. Die Erforschung
des biomedizinischen Potentials von Stammzellen gehört dazu. Allerdings
wird die Stammzellforschung intensiv und kontrovers diskutiert. Die Ursache
dafür liegt in der Herkunft der embryonalen Stammzellen: Man gewinnt sie
aus toten Föten und aus frühen Embryonen, die im Reagenzglas erzeugt
oder geklont wurden. Vielversprechende Alternativen wie die Entwicklungsfähigkeit
adulter Stammzellen, die im Körper jedes Menschen vorkommen, die
Reprogrammierung von Körperzellen zu undifferenzierten Zellen oder die
Nutzung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut können möglicherweise
den Einsatz embryonaler Stammzellen überflüssig machen, doch der aktuelle
Stand der Forschung zeigt hier noch keine eindeutige Entwicklung. Die
ethische Frage, ob menschliche Embryonen zu Forschungszwecken erzeugt
bzw. verwendet werden dürfen oder sogar müssen, wird weltweit unterschiedlich
beantwortet. In Deutschland verbietet das strenge Embryonenschutzgesetz
die mittlerweile in Großbritannien erlaubten Praktiken.

Noch zeichnet sich in Deutschland bei einigen Grundsatzfragen kein Konsens ab:

- Welchen Status haben Embryonen und humane Stammzellen in der Kulturschale?

- Darf man das Leben eines todtranken, aber durch Stammzellen heilbaren
Menschen gegen ungeborenes Leben aufrechnen?

- Wann ist die Menschenwürde verletzt, und wem steht sie überhaupt zu?

Neben diesen ethischen Fragen und der begrifflichen Klärung des Komplexes
"Stammzellen und therapeutisches Kloonen" sollen während des Symposiums
auch die biomedizinischen Potentiale der Stammzellforschung diskutiert werden:

- Kann die Forschung mit embryonalen Stammzellen Therapieformen entwickeln,
die den hohen Erwartungen gerecht werden?

- Welche Chancen und Risiken enthält das therapeutische Klonen?

- Sind adulte Stammzellen die Lösung für die ethischen Konflikte?

Kontakt: Dipl.-Biol. Andrea Vogt, MPH
Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen
40190 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 38 79 0 - 0
Fax: 0211 / 37 05 86
andrea.vogt@mail.wz.nrw.de
http://www.wz.nrw.de/wz.veran/stamm.htm/

Schlagworte: Embryonale Stammzellen

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