Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Wissenschaftstheoretische Aspekte des medizinischen Krankheitsbegriffs

Termin: 6.10.2006, 14:30 Uhr, bis 7.10.2006, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Dekanat FB 5
Sitzungssaal
Domagkstraße 3 (Alte Medizinische Klinik)

Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Hörsaal
von-Esmarch-Straße 62 (Alte Rechtsmedizin)

Referenten: Prof. Dr. Stephan Doering (Münster) *** Prof. Dr. Dr. Stefan Evers (Münster) *** Prof. Dr. Dr. Peter Hucklenbroich (Münster) *** Prof. Dr. Gabriele Köhler (Münster) *** Prof. Dr. Thomas Schramme (Swansea/GB) *** Dr. Micha H. Werner (Freiburg)

Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/bioethik/workshop_krankh ...

Kurzbeschreibung: Der Begriff der Krankheit gilt allgemein als der für die Medizin spezifische, charakteristische theoretische Grundbegriff, vergleichbar mit dem Stoffbegriff in der Chemie oder dem Begriff des lebenden Organismus in der Biologie. In der Sozialgesetzgebung fungiert der Krankheitsbegriff als unbestimmter Rechtsbegriff, der jedoch bei der Festlegung von Ansprüchen und Leistungspflichten in der Krankenversicherung das entscheidende Kriterium darstellt. Es gibt daher sowohl in der medizinischen als auch in der philosophischen Literatur immer wieder Diskussionen über Bedeutung und Status des Krankheitsbegriffs und der mit seiner Hilfe getroffenen Unterscheidungen zwischen Gesundheit und Krankheit, normal und pathologisch usw. Zu den Fragen, die in den letzten Jahrzehnten kontrovers diskutiert werden, gehören u. a.:

• Spielt der allgemeine Krankheitsbegriff in der heutigen klinisch-medizinischen Praxis überhaupt (noch) eine Rolle, oder ist er durch andere Konzepte (wie z. B. das der Dysfunktion oder das der Lebensqualität und ihrer Beeinträchtigungen o. ä.) inzwischen vollständig ersetzt worden?

• Welche Bedeutung haben subjektive und soziale Kriterien – also z. B. "Störung des Wohlbefindens" oder "berufliche Benachteiligung" – für die Charakterisierung des Krankheitsbegriffs?

• Läßt sich für den Krankheitsbegriff eine rein theoretisch-deskriptive Definition bzw. Charakterisierung angeben, oder muß jede Charakterisierung auf Wertungen bzw. präskriptive Normen rekurrieren?

• Lassen sich somatische und psychische Erkrankungen unter denselben allgemeinen Krankheitsbegriff subsumieren? Welche Rolle spielen dabei psychosomatische Erkrankungen?

• In welchem Sinne kann man von sozialer Verursachung von Krankheiten oder von einer Sozialpathologie sprechen?

• Läßt sich eine scharfe Grenze zwischen Krankheitsbehandlung (Therapie) und Optimierung bei Gesunden (Enhancement) angeben?

Der Workshop "Wissenschaftstheoretische Aspekte des medizinischen Krankheitsbegriffs" dient dem Zweck, ein Gespräch zwischen medizinischen und philosophischen Experten zu dem genannten Fragenfeld zu initiieren. Er ist ein Versuch, durch Anwendung wissenschaftstheoretischer Methoden bei der Lösung dieser Probleme weiterzukommen. Um einen intensiven Austausch von Gedanken und fachspezifischen Perspektiven zu ermöglichen, ist er so angelegt, daß die Vorträge der medizinischen bzw. philosophischen Experten jeweils von dem Kommentar eines Experten der anderen Fachrichtung ergänzt werden.

Kontakt: Herr Univ.-Prof. Dr.med. Dr.phil. Peter Hucklenbroich
Universität Münster
Institut fuer Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Von-Esmarch-Straße 62
48149 Münster

Tel.: +49 - (0)251 - 8 35 52 91
Fax: +49 - (0)251 - 8 35 53 39
hucklen@mednet.uni-muenster.de
http://www.klinikum.uni-muenster.de/institute/itgm/mitarbeiter/hucklen/index.html

Veranstalter: Zentrum für Wissenschaftstheorie (WWU Münster), Institut fuer Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (WWU Münster)

Schlagworte: Eugenik/Enhancement, Krankheit

Artikelaktionen