Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Pränatale Diagnostik und ihre ethischen Implikationen

Beginn: 14.9.2006, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Hamburg , Deutschland

Referenten: Dr. Wolfgang Cremer (Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Hamburg) *** Anette Hollender (Leona. Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder e.V, Hamburg) *** Viola Kobabe (Leona. Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder e.V, Hamburg) *** Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) *** Prof. Dr. Dietmar Mieth (Professor für Moraltheologie an der Universität Tübingen) *** Dr. Michael Wunder (Beratungszentrum Evangelische Stiftung Alsterdorf) *** Dr. Hans-Gerd Schwandt (Katholische Akademie Hamburg) *** Dr. Frank Meyberg (Dialog Natur & Geist)

Weitere Informationen:
http://www.katholische-akademie-hh.de/zeige_programm.php?id=440

Kurzbeschreibung: Die Möglichkeiten der Pränatalen Diagnostik (PND) sind ambivalent. Sie kann den Lebens- und Gesundheitsinteressen des ungeborenen Kindes dienen und seine Chancen verbessern. Sie kann den Entschluss zu einem Kind auch bei Risikoschwangerschaften erleichtern; denn in einem großen Teil der Fälle können Eltern von der Angst befreit werden, ein Kind mit einer Chromosomenstörung zu bekommen. In den übrigen Fällen können sie sich frühzeitig auf ein behindertes Kind einstellen Und schließlich dient die PND dem Kampf der Medizin gegen Krankheiten des ungeborenen Kindes, indem sie eine optimale Vorbeugung oder Behandlung schon während der Schwangerschaft, während der Geburt oder unmittelbar nach der Geburt ermöglicht.

Diesen Chancen stehen eindeutige Risiken gegenüber. Bei einer routinemäßigen Nutzung Pränataler Diagnostik kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Bewertung von Krankheit und Behinderung sowie das Verständnis von "Normalität" verändern und sich schleichend eine Diskriminierung von Menschen mit bestimmten genetischen Merkmalen durchsetzt. Je mehr die Medizin dazu im Stande ist, vermeintliche "Garantien" für ein gesundes Kind zu geben, um so mehr könnte sich die Abwehr gegenüber geschädigtem oder behindertem Leben verstärken.

Wegen dieser Ambivalenz der Pränatalen Diagnostik müssen Eltern wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie einer solchen Untersuchung zustimmen. Die PND setzt eine ausführliche humangenetische und medizinische, aber auch psychosoziale Beratung voraus, die den Ratsuchenden Tragweite und Risiken bewusst machen. Darüber hinaus müssen die betroffenen Eltern in Erwartung eines behinderten Kindes der Unterstützung durch die Gesellschaft gewiss sein und umfassend über Hilfsangebote informiert werden.

Unsere Podiumsdiskussion will die ethischen Implikationen der Pränatalen Diagnostik im Gespräch mit Experten und Betroffenen erörtern.

Kontakt: Katholische Akademie Hamburg
Herrengraben 4
20459 Hamburg
Tel.: +49 - (0)40 - 36 95 21 11
Fax: +49 - (0)40 - 36 95 21 01
kah-programm@kk-erzbistum-hh.de
http://www.katholische-akademie-hh.de/

Veranstalter: Katholische Akademie Hamburg

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Hans-Gerd Schwandt

Schlagworte: Fortpflanzungsmedizin, Pränataldiagnostik

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