Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Kommunikation von Nutzen und Risiken in der Medizin. Vom Modellprojekt zur allgemeinen Praxis

Termin: 4.12.2006, 10:30 Uhr, bis 5.12.2006, 13:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder
Inselstraße 27 - 28
14129 Berlin (Nikolassee)

Referenten: Wolfgang Gaissmaier (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin) *** Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser (Institut für Gewerblich-Technische Wissenschaften, Hamburg) *** Dr. Thomas Kaiser (Leiter des Ressorts "Arzneimittelbewertung", Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin, Köln) *** Prof. Dr. Günter Ollenschläger (Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, Berlin) *** Burkhard Stork (Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung – DCCV – e.V.) *** Dr. Eva Schindele (Wissenschaftsjournalistin, Bremer Medienbüro) *** Dr. Hans-Joachim Koubenec (Gynäkologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter Stiftung Warentest, Berlin) *** Odette Wegwarth (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin) *** Prof. Dr. Dietmar Mieth (Katholisch-Theologische Fakultät, Eberhard-Karls-Universität Tübingen) *** Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust (Ärztin und Dozentin an der Evangelischen Fachhochschule Berlin) *** Dr. Katrin Grüber (Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft) *** Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser (Institut für Gewerblich-Technische Wissenschaften, Hamburg) *** Judith Storf (Sprecherin der BAG PatientInnenstellen, Patientenvertreterin im G-BA) *** Karin Stötzner (Patientenbeauftragte für Berlin) *** Dr. Christian Weymayr (Wissenschaftsjournalist, Tübingen)

Weitere Informationen:
http://www.eaberlin.de/details.php?id=206

Kurzbeschreibung: Angebote zur Früherkennung und Therapie von Erkrankungen nehmen kontinuierlich zu. Ärztinnen und Ärzte wie auch Patientinnen und Patienten setzen einen Nutzen dieser medizinischen Möglichkeiten meist voraus. Er ist jedoch nicht immer vorhanden.

Zum einen ist die Qualität medizinischer Informationen zu hinterfragen: Der Nutzen von Therapie und Diagnostik wird immer wieder zu positiv dargestellt. So werden z.B. wissenschaftliche Studien und Testergebnisse eher veröffentlicht, wenn sie auf den Nutzen von Therapie und Diagnostik als auf fehlende Wirksamkeit schließen lassen.

Zum anderen beeinflusst die Art und Weise der Vermittlung medizinischer Informationen das Verständnis der Patientinnen und Patienten und deren Inanspruchnahme von Diagnostik und Therapie maßgeblich. Es gibt große Defizite in der Kommunikation von Nutzen und Risiken einzelner Verfahren sowie der Bedeutung von medizinischen Testergebnissen. Ein Beispiel sind die Aussagen beim Brustkrebs-Screening bezüglich einer Senkung der Sterblichkeit: Sie schwanken zwischen 0,1 bis 25%.

Die Fachtagung informiert über die Hintergründe und die Interessen der jeweiligen Akteure in der Medizin. Wir erarbeiten Vorschläge, wie die Qualität von Informationen verbessert werden kann. Anhand der Theorie der Risikokommunikation, Best practice Beispielen und praktischen Übungen wird analysiert, warum Risiken oft falsch eingeschätzt werden und wie die Kommunikation verbessert werden kann. Über Professionsgrenzen hinweg diskutieren wir, wie aus den Best practice Beispielen allgemeine Praxis werden kann.

Die Fachtagung wendet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin (Praxis und Beratung), Public Health, (Kranken-) Versicherungen, Wissenschaft, öffentlichem Gesundheitsdienst, Medizinjournalismus, Selbsthilfeinitiativen sowie an weitere Interessierte.

Kontakt: Frau Silke Ewe
Evangelische Akademie zu Berlin
Charlottenstraße 53 - 54
10117 Berlin

Tel.: +49 - (0)30 - 20 35 55 15
Fax: +49 - (0)30 - 20 35 55 50
ewe@eaberlin.de
http://www.eaberlin.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie zu Berlin

Wissenschaftliche Leitung: Simone Ehm (Berlin)

Schlagworte: Arzt-Patient-Verhältnis, Gesundheitswesen, Humangenetik, Krankheit, Medizinische Ethik

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