Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Friedrichshainer Kolloquium: "Körper, Behinderung und Normalität"

Beginn: 30.1.2007, 16:00 -19:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH
Warschauer Straße 58 a
2. Hinterhof, 4. Stock
10243 Berlin-Friedrichshain

Referenten: Jost Vogelsang (Arbeitsbereich Subjektforschung und kritische Psychologie, Freie Universität Berlin) *** Prof. Dr. Anne Waldschmidt (Heilpädagogische Fakultät, Universität Köln)

Weitere Informationen:
http://www.imew.de/imew.php/cat/44/aid/53/title/Friedrichshainer_Kollo ...

Kurzbeschreibung: Mit der Diskussion der Frage "behindert sein oder behindert werden?" wird der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung problematisiert. Während "behindert sein" auf die Funktionsbeeinträchtigung des Körpers zielt, will "behindert werden" den Blick auf gesellschaftliche Barrieren lenken und diese damit abbauen. Diese Diskussion, die auch unter der Überschrift "medizinisches versus soziales Modell von Behinderung" geführt wird, verweist darauf, dass Zuschreibungen von "behindert" und "nicht behindert" flexibel geworden sind.

Dadurch eröffnen sich auf der einen Seite neue – wenn auch zwiespältige – Möglichkeiten für einzelne Subjekte mit einer Beeinträchtigung umzugehen, nämlich sich über eine individuelle Anpassungsleistung an die Norm anzunähern und damit der gesellschaftlichen Ausgrenzung vielleicht zu entgehen. Darauf wird Jost Vogelsang in seinem Beitrag eingehen. Er betrachtet das Spannungsfeld zwischen Körper, Behinderung und Normalität aus subjektwissenschaftlicher Sicht und geht auf die psychologischen Implikationen der Normalisierungsstrategien für Menschen ein, die mit einer Beeinträchtigung leben. Dabei interessiert ihn, dem Ansatz der Kritischen Psychologie entsprechend, das besondere Verhältnis eines Menschen zu sich und seiner Welt.

Auf der anderen Seite dienen Normalisierungsstrategien als solche der Durchsetzung von Normen und begrenzen damit die Handlungsmöglichkeiten der Subjekte. Dieser gesellschaftlichen Ebene gilt Anne Waldschmidts Interesse. Sie differenziert zwischen Normativität und Normalität und analysiert die gesellschaftlichen Veränderungen im Umgang mit Behinderung. Der totale Ausschluss von behinderten Menschen aus der Gesellschaft weicht ihr zufolge, zumindest teilweise, einer flexiblen Ausgrenzung, die neue individuelle und politische Handlungsmöglichkeiten aber auch Normalisierungszwänge mit sich bringt.

Kontakt: Frau Astrid Entezami
Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH
Warschauer Straße 58 a
10243 Berlin-Friedrichshain
Tel.: +49 - (0)30 - 29 38 17 70
Fax: +49 - (0)30 - 29 38 17 80
entezami@imew.de
http://www.imew.de/

Veranstalter: Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH

Schlagworte: Behinderung, Psychologie

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