Titel: Vorlesungsreihe Ethik und Medizin. Zum Verhältnis von Ethik, Medizin und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert / Lecture Series Ethics and Medicine. On the relationship between ethics, medicine and social justice in the 21st Century
Termin:
26.4.2007
Veranstaltungsort:
Campus Westend
Nebengebäude Raum 1.741b
Grüneburgplatz 1
Frankfurt am Main
Referenten: Marcus Düwell (Universität Utrecht) *** Claudia Wiesemann (Universität Göttingen) *** Patricia Williams (Columbia University) *** Thomas Pogge (Columbia University)
Weitere Informationen:
http://www.kaththeol.uni-frankfurt.de/moral/EthikMedizin/
Im Unterschied zu dieser Fragestellung, die die Wissenschaft und WissenschaftlerInnen betrifft, wird in den medical humanities die Frage nach den Adressaten des medizinischen Handelns unter den neuen Voraussetzungen in den Mittelpunkt gestellt. Dabei rückt vor allem der Begriff der Patientenautonomie ins Zentrum der Reflexion. Welche Auswirkungen haben beide Fragen auf die Medizinethik im Kontext der Wissenschaftsethik? Wie angesichts der Vielfalt der AkteurInnen in der Medizin sowie der komplexen medizinischen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten PatientInnenrechte realisiert werden können, soll eigens einer rechtsethischen Reflexion unterzogen werden. Diese muss die Rechte von Einzelnen innerhalb der Werte-, Kultur-, Religions- und Traditionspluralität herausarbeiten und Strukturen sozialer Ungerechtigkeit benennen.
Die Schere zwischen den technischen Entwicklungen zur Diagnostik und Therapie und der Bereitstellung bzw. Erforschung elementarer Versorgungsinstrumente wird immer größer und ist keineswegs nur als Problem zwischen Ländergrenzen zu betrachten, sondern auch innerhalb von Ländergrenzen. Die Trennung zwischen der medizinethischern Grundlagenreflexion auf die veränderten Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Entwicklung einerseits und den gesundheitspolitischen Strategien zur allgemeinen Verbesserung der Gesundheitsversorgung andererseits erweist sich angesichts der allgemeinen globalisierten ökonomischen und sozialen Entwicklungen als unhaltbar. Vielmehr ist die Verschränkung beider Reflexionsebenen das Problem der Medizinethik des 21. Jahrhunderts.
Zu dieser Frage findet am 1.6.2007 ein eintägiges Internationales Symposion statt.
In unterschiedlichen Vorträgen soll ein Dialog eröffnet werden, in dem unterschiedliche ethische Perspektiven auf die politische, forschungs- und anwendungsorientierte Praxis vorgestellt werden. Zunächst werden die Gerechtigkeitsfragen als Fragen der nationalen und internationalen Gesundheitspolitik vorgestellt. Aus der Perspektive der philosophischen Ethik/ politischen Ethik wird der theoretische Rahmen durch einen internationalen Experten der Global Justice Debatte absteckt.
Diese theoretischen Überlegungen werden durch spezifische Fragestellungen konkretisiert, in deren Zentrum
* die Gesundheitssysteme (Niederlande, Südafrika)
* die Rolle der Katholischen Soziallehre für die globale Bioethik und
* die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers stehen.
Das Symposion schließt mit einer Podiumsdiskussion, in der die zentrale Frage nach dem Zusammenhang von medizinethischer Grundlagenreflexion und gesundheits-politischer Strategien für die deutsche Gesellschaft diskutiert wird.
VORTRÄGE:
26.04.07, 18:00 - 20:00: "Medizinethik als Wissenschaftsethik", Marcus Düwell
03.05.07, 18:00 - 20:00: "Patientenorientierte Medizinethik", Claudia Wiesemann
10.05.07, 18:00 - 20:00: "Law, Culture and Medical Ethics", Patricia Wiliams
31.05.07, 18:00 - 20:00: "Weltgesundheit: Erklärung und Verantwortung", Thomas Pogge (Auftaktveranstaltung zur Internationalen Konferenz am 01.06.07)
Kontakt:
Frau Ursula Konnertz
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Fachbereich Katholische Theologie
60629 Frankfurt am Main
Tel.:
+49 - (0)69 - 79 83 29 38
Fax: +49 - (0)69 - 79 83 33 54
dbethik@em.uni-frankfurt.de
http://www.kaththeol.uni-frankfurt.de/moral/
Veranstalter: Lehrstuhl für Moraltheologie/Sozialethik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Stiftungsprofessur "Wissenschaft und Gesellschaft" der Deutschen Bank AG
Schlagworte: Gesundheitswesen, Medizinische Ethik, Pharmazeutik