Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: 4. Südosteuropäisches Bioethik-Forum: "Integrative Bioethik und Pluriperspektivismus" / 4th South-East European Bioethical Forum: "Integrative Bioethics and Pluri-Perspectivism"

Termin: 3.9.2008, 8:30 Uhr, bis 5.9.2008, 13:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Hotel Admiral
Opatija

Weitere Informationen:
http://www.bioethics2008rijeka.info/en/fourth_south_east_european_bioe ...

Kurzbeschreibung: Es ist uns eine besondere Ehre, Sie zur Teilnahme am 4. Südosteuropäischen Bioethik-Forum einzuladen, das vom 3.-5. September 2008 als angeschlossene Konferenz im Rahmen des 9. Bioethik-Weltkongresses (Rijeka/Opatija, 3.?8. September 2008) stattfinden wird. Das Thema des 4. Südosteuropäischen Bioethik-Forums lautet: Integrative Bioethik und Pluriperspektivismus.

Gestatten Sie, dass wir Sie in kurzen Zügen mit der Entstehungsgeschichte und dem geistigen Profil dieses Projektes zur Zusammenarbeit im Bereich der Bioethik bekanntmachen, innerhalb dessen als die bedeutendste Errungenschaft das innovative Konzept der "Integrativen Bioethik" entwickelt wurde.

Bioethiker aus Süd-, Südost- und Mitteleuropa waren zum ersten Mal auf der 1. Internationalen Konferenz "Bioethik in Süd- und Südosteuropa" (2004 in Dubrovnik, Kroatien) zusammengekommen und in Dialog getreten. In programmatischer Hinsicht war die Veranstaltung auf "eine integrative ethische Reflexion vor dem Hintergrund intrakultureller Differenzen in Europa" ausgerichtet. In den Diskussionen, die damals in Gang kamen und sich bereits im folgenden Jahr im Rahmen der neu ins Leben gerufenen und alljährlich stattfindenden Konferenz ?Südosteuropäisches Bioethik-Forum? fortsetzten, wurde dieser integrative Ausgangspunkt zum ganzheitlichen Konzept der Integrativen Bioethik ausgearbeitet.

In Bezug auf ihren Gegenstandsbereich verbindet die Integrative Bioethik verschiedene Ansätze und Perspektiven zu einem einheitlichen geistigen Horizont, und das heißt, dass ein Pluralismus von Perspektiven bzw. ein Pluriperspektivismus ihre methodologische Bestimmung darstellt. Der Begriff des Pluriperspektivismus übertrifft in seiner Bedeutung die bekannten Formen wissenschaftlicher integrativer Methodologie (Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und Multidisziplinarität), da darin auch nicht wissenschaftliche Ansätze: religiöse, künstlerische, weltanschauliche usw., die man allesamt als kulturelle Perspektiven bezeichnen kann, auf gleichberechtigte Weise beteiligt sind. Wissenschaftliche und kulturelle Perspektiven können jedoch nur dann auf dieselbe epistemologische Ebene gebracht und zu einem Paradigma zur Erzeugung von "Orientierungswissen" integriert werden, wenn man von der Voraussetzung der kategorialen Unterscheidung zwischen ?Objekt- und Sinnwahrheit? (Friedrich Kaulbach) ausgeht, was auf der epistemologischen Ebene in die Unterscheidung zwischen ?Verfügungs- und Orientierungswissen? (Jürgen Mittelstraß) übersetzt werden kann.

Auf der Gegenstandsebene bezieht sich die Integrative Bioethik auf eine breite Palette von Problemen unterschiedlichen Ranges, die sich auf die Kategorie des Lebens fokussieren und dadurch zu einem einheitlichen Problem- und Gegenstandsbereich verbinden: von initialen Fragen aus dem Bereich medizinischer Fürsorge und biomedizinischer Forschung über die Problematik der Verantwortung für nichtmenschliche Lebewesen sowie allgemeine Bedingungen zur Bewahrung des Lebens (Ökologie), bis hin zu Schicksalsfragen, die unsere Zivilisation und den Fortbestand des Menschengeschlechts betreffen.

Ein solches Bioethik-Konzept ermöglicht nicht nur eine vielseitige Diskussion über ein breites Spektrum konkreter bioethischer Probleme, sondern auch den Einbezug einer geschichtsphilosophischen Dimension dieser Probleme, wo sich fundamentale Fragen zum wissenschaftlich-technischen Charakter unserer Epoche, zum methodologischen Aufbau und zur geschichtlichen Rolle der modernen Wissenschaft sowie den Wandlungen im Grundverhältnis des Menschen zu Natur erschließen. Erst in dieser Perspektive wird es möglich, die Neuzeit als eine Epoche der wissenschaftlich-technischen Zivilisation zu reflektieren, die geschichtlichen Prozesse zu erfassen, mit denen der weltgeschichtliche Epochenwandel vor sich geht, und die Bioethik selbst als ausschlaggebendes "Zeichen der Zeit" wahrzunehmen, unter dem eine Epochenschwelle sich darstellt.

Wir sind davon überzeugt, dass der Gedanke der "Integrativen Bioethik" auch vor dem Hintergrund der globalen Bioethik-Debatte anregend sein kann und zumal bei der Diskussion zum allgemeinen Thema des Kongresses ("Interkulturale Bioethik als Herausforderung im 21. Jahrhundert") produktive Antworten und weiterführende Lösungen zutage fördern kann. In dieser Überzeugung sehen wir Ihrer Teilnahme an der Konferenz mit Freude entgegen.

Die offiziellen Sprachen des 4. Südosteuropäischen Bioethik-Forums sind Englisch und Deutsch, und wir bitten Sie, Ihre Anmeldung und die Zusammenfassung Ihres Referats in einer der genannten Sprachen zu verfassen und dabei die Vorgaben auf der Web-Seite des Kongresses zu befolgen.

Kontakt: Iva Sorta-Bilajac, MD, MSc
9th World Congress of Bioethics Secretary General
Department of Social Sciences
University of Rijeka
School of Medicine
B. Branchetta 22
51 000 Rijeka
Croatia
phone: +385 - 51 - 65 11 53
fax: +385 - 51 - 65 12 19
cell phone: +385 - 91 - 4 71 28 37
e-mail: iva.sorta@medri.hr

Top Congress Management CDMC

Mr Milan Cupic
Ms Stela Cupic
Hermana Dalmatina 4
52210 Rovinj
Croatia
phone: +385 - 52 - 84 00 77
fax: +385 - 52 - 84 00 79
e-mail: milan.cupic@istra.hr

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Ante Covic (University of Zagreb, Croatia / Co-director of International Conference South-East European Bioethical Forum), Prof. Dr. Walter Schweidler (Ruhr University Bochum, Germany / Co-director of International Conference South-East European Bioethical Forum)

Schlagworte: Assistierte Reproduktion, Eugenik/Enhancement, Fortpflanzungsmedizin, Gesundheitswesen, Lebensende, Medizinische Ethik, Psychiatrie, Sterbehilfe

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