Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Sterbebegleitung und Sterbehilfe in Europa

Termin: 17.6.2009, 10:30 Uhr, bis 18.6.2009, 17:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/upload/1388.pdf

Kurzbeschreibung: ›Sterbehilfe‹ ist in allen Ländern Europas ein mit hoher Emotionalität besetztes Streitthema. Spektakuläre (oder spektakulär aufgemachte) Fälle machen immer wieder Schlagzeilen und werden in den Medien und der Öffentlichkeit heftig diskutiert. Dabei verweisen die einen auf die Situation in anderen Ländern, um Veränderungen im eigenen Land einzufordern, andere, um damit Positionen in Frage zu stellen oder gar zu diffamieren. Die unterschiedliche, zum Teil sogar gegensätzliche Rechtslage und Praxis in verschiedenen europäischen Ländern gibt dem Nahrung, wirft andererseits aber auch die Frage auf, ob es in Europa (noch) einen gemeinsamen moralischen Grundkonsens zum Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe gibt, bzw. ob ein solcher herstellbar ist oder – da es nur ein Minimalkonsens sein könnte – überhaupt wünschenswert wäre. Wächst bei der Diskussion der ethisch sensiblen Fragen am Lebensende die Europäische Union zusammen oder offenbart das Thema Sterbehilfe eher unvereinbare Traditionen und Wertvorstellungen?

In den letzten Jahren haben sich die Regelungen zur Sterbehilfe in vielen Ländern verändert – mit unterschiedlichen Folgen. Zum einen führt die Ablehnung der (aktiven) Sterbehilfe zu einer stärkeren Unterstützung der Hospizbewegung und zum Ausbau der Palliativmedizin. Andererseits werden Regelungen aus den Nachbarländern für das eigene Land eingefordert. Was die einen mit Hoffnungen verbinden, ruft bei anderen große Sorgen hervor, und die Frage stellt sich: Kann und wird es eine europäische Einigung zur Regelung und Praxis der Sterbehilfe geben? Oder bleibt es lediglich dabei, dass aus dem je eigenen Land mit spitzen Fingern auf „die Zustände“ in anderen Ländern gezeigt wird, ohne sich mit der dortigen Situation tiefer auseinander zu setzen? Kritisches Reden über angeblich schlechte Beispiele würde zumindest ausreichende und zutreffende Information darüber voraussetzen, die häufig nicht gegeben ist.

Dieses Defizit soll die Tagung „Sterbebegleitung und Sterbehilfe in Europa“ mindern helfen. Dazu werden Referentinnen und Referenten aus verschiedenen europäischen Ländern miteinander und mit den Teilnehmenden ins Gespräch gebracht. Ziel ist es, das gegenseitige Verstehen zu fördern und durch eine differenzierte Wahrnehmung anderer Einstellungen und Erfahrungen die je eigenen Positionen präziser klären zu helfen.

Kontakt: Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing
Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing, Zentrum für Ethik in der Medizin am Markus-Krankenhaus, Frankfurter Diakonie-Kliniken, Bayerische Stiftung Hospiz

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier, Dr. Kurt W. Schmidt

Schlagworte: Lebensende, Lebensverlängerung, Sterbehilfe

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