Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Ewig jung und immer fit - Medizin als Mittel gegen das Altsein? Ethische Grenzen einer wunscherfüllenden Anti-Aging-Medizin

Termin: 16.10.2009, 13:00 Uhr, bis 17.10.2009, 13:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Hörsaal 1010
Kollegiengebäude I
Platz der Universität 3
79104 Freiburg i.Br.

Weitere Informationen:
http://www.egm.uni-freiburg.de/medeth/akt_medeth/gegen_das_alt-sein/

Kurzbeschreibung: Der Bereich der sog. Anti-Aging-Medizin ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die moderne Medizin grundlegend wandelt. Statt Krankheiten zu verhindern und zu behandeln, stehen Ärzte immer häufiger im Dienst der Selbstverwirklichung gesunder Menschen. Ein Charakteristikum dieser Medizin ist die reine kundenorientierte Dienstleistung auf Wunsch; die Medizin versteht sich hier als reine wunscherfüllende Medizin im Dienste der persönlichen Präferenzen von Menschen, denen Mittel zur Erleichterung ihrer Lebensführung angeboten wird. Gerade der Boom der Anti-Aging-Medizin wirft die Frage auf, was der Auftrag der Medizin ist und ob allein die autonome Formulierung eines Wunsches die Grundlage eines guten und richtigen Handelns in der Medizin sein kann.

Indem Anti-Aging-Maßnahmen, die gegen Alterungserscheinungen gerichtet sind, von Ärzten angeboten und durchgeführt werden, wird ein bislang als natürlich verstandenes Phänomen zum krankhaften Zustand erklärt. Es ist darüber nachzudenken, inwiefern die Medizin dabei Gefahr läuft, indirekt Normen und Werte wie Jugendlichkeit und Leistungsfähigkeit und damit eine negative Alterssicht zu bestärken. Ferner ist darüber nachzudenken, wie sich das Gesundheitssystem auf solche Angebote einstellen soll und was von den Anti-Aging-Angeboten gar von der Solidargemeinschaft übernommen werden sollen. All diese Fragen hängen letztlich davon ab, was in unserer Gesellschaft als gutes Altern verstanden wird und was ein adäquater Umgang mit den Erscheinungen des Alt-Seins sein kann.

Für eine kritische Einschätzung der Anti-Aging-Medizin sind Auffassungen über Wesen und Wert des Alters zental. Denn von der Erklärung sowie Bewertung des Alters – und Alterns – hängt es ab, welche Mittel und Ziele, mit denen die Medizin auf das Älterwerden reagiert, als angemessen gelten können. Angesichts des demographischen Wandels ist hierfür vor allem von Bedeutung, wie sich ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein und ein zunehmend aktiver Lebensstil auf individuelle Vorstellungen ein gutes Leben – und guten Alterns – auswirken.

Auf dem Symposium sollen diese Fragen in einem interdisziplinären Dialog zwischen Medizin, Theologie, Philosophie und Sozialwissenschaften diskutiert werden.

Kontakt: Tobias Eichinger
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Stefan-Meier-Straße 26
79104 Freiburg i.Br.
Tel.: +49 - (0)761 - 2 03 50 33
eichinger@egm.uni-freiburg.de
http://www.egm.uni-freiburg.de/

Veranstalter: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Schlagworte: Eugenik/Enhancement, Hirnforschung

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