Titel: WERT UND INWERTSETZUNG DER BIOLOGISCHEN VIELFALT
Termin:
23.4.2010
Veranstaltungsort:
Schlossstr. 2 + 4
82327 Tutzing
Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/?locus=http://www.ev-akademie-tutzin ...
Die Vielfalt und Schönheit der Natur sprechen uns emotional an, ihr Schutz und Erhalt bergen eine ethische Verpflichtung. Natur ist aber noch mehr. Die Ökosysteme und die biologische Vielfalt erbringen zahlreiche Leistungen, die uns Menschen mittelbar wie unmittelbar zugute kommen: Die Produktion von Nahrungsmitteln und Biomasse, die Funktionen für den Hochwasserrückhalt etwa, die von intakten Auen wahrgenommen werden oder die Bestäubungsleistungen von Insekten bis hin zum Erholungswert von Naturlandschaften und der vielfältigen Bedeutung der Natur für unsere physische und psychische Gesundheit. Die Natur liefert nicht nur vielfältige Wirkstoffe für Arzneimittel, sie fungiert in der Bionik auch als Ideengeber für technische Lösungen. Absehbar wird zudem vor dem Hintergrund des Klimawandels die Funktion bestimmter Lebensräume als Kohlenstoffsenke von zunehmender Bedeutung sein.
Diese Leistungen der Ökosysteme ökonomisch in Wert zu setzen, entspricht einem verbreiteten Trend unserer Zeit. Argumentiert wird dazu vielfach mit der Notwendigkeit, „greifbare“ Argumente für den politischen Raum und für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz zu entwickeln. Sind doch Geldwerte und vermeintlich „harte“ Zahlen eine Sprache, die auch außerhalb des Naturschutzes (leichter) verstanden wird.
Ökonomische Betrachtungen von Natur alleine greifen aber zu kurz. Sie sind vielmehr ihrerseits in einen gesellschaftlichen und ethischen Kontext eingebunden. Denn es liegen nicht nur jedem ökonomischen Modell auch ethische Grundannahmen zugrunde, sondern es hat letztlich ökonomisch auch nur das einen Wert, was auch gesellschaftlich einen Wert hat.
Was bedeutet dies für den Naturschutz? Wofür sind ökonomische Bewertungsansätze überhaupt geeignet, wo liegen die Grenzen? In welchem Verhältnis stehen ökonomische und ethische Argumente für Naturschutz? Und: Ist es denn überhaupt zulässig, Natur ökonomisch zu bewerten?
Dieses Spannungsfeld und die vielfältigen Bezüge zwischen Ökonomie und Ethik möchten wir gerne mit allen, die an solchen Brückenschlägen und Grenzgängen zwischen den Disziplinen interessiert sind, diskutieren. Angesprochen sind Naturschutzpraktiker und am Naturschutz Interessierte aus dem behördlichen, ehrenamtlichen und freiberuflichen Bereich, Fachleute aus dem Bereich der Wirtschaft, im politischen Raum Tätige sowie alle, die sich für ethische und umweltpolitische Grundsatzfragen interessieren.
Kontakt:
Susanna Satzger
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstr. 2 + 4
82327 Tutzing
Tel.:
+49 - (0)8158 - 25 11 26 (Mo - Fr 09 - 12.00)
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 26
satzger@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/
Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Martin Held (Evangelische Akademie Tutzing), Prof. Dr. Beate Jessel (Präsidentin Bundesamt für Naturschutz, Bonn)
Schlagworte: Biodiversität, Naturphilosophie, Ökologische Ethik