Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Entschlüsselung des menschlichen Bewusstseins. Ein Dialog zwischen Philosophie und Neurowissenschaften

Termin: 6.10.2011, 10:00 Uhr, bis 7.10.2011, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Wissenschaftszentrum Bonn
Ahrstr. 45
53175 Bonn

Referenten: Karl Zilles (Jülich), Peter Janich (Marburg), Jon Shah (Jülich), Katrin Amunts (Jülich), Dieter Sturma (Bonn/Jülich), Andreas Bartels (Bonn), Albert Newen (Bochum), Kai Vogeley (Köln/Jülich)

Weitere Informationen:
http://www.entschluesselung-des-bewusstseins.de

Kurzbeschreibung: Neurowissenschaftliche Bildgebung leistet einen wichtigen Beitrag bei der Entschlüsselung des menschlichen Bewusstseins. Beispielsweise können mit der funktionellen Magnetresonanztomographie neurale Aktivitätsmuster von wachen Personen bei der Lösung von sensorischen, motorischen oder kognitiven Aufgaben beobachtet werden. Auf diese Weise werden Korrelationen zwischen neuronalen Vorgängen und mentalen Phänomenen kenntlich. Bislang sind allerdings keine eindeutigen Zuordnungen der Inhalte von Gedanken, Empfindungen und Wahrnehmungen auf der einen Seite und neuralen Vorgängen auf der anderen Seite möglich. Die Schwierigkeit bei der Zuordnung von neuronalen beziehungsweise neuralen Vorgängen und Erlebnissen dürfte zum einen darauf beruhen, dass die Komplexität der zu untersuchenden Verarbeitungsprozesse hohe Ansprüche an experimentelle Designs und Methoden stellt. Zum anderen ist das menschliche Bewusstsein durch subjektives Erleben und mögliches Selbstbewusstsein charakterisiert und unterscheidet sich dadurch von herkömmlichen Untersuchungsgegenständen. Repräsentationsmodelle, die nicht nur auf einzelne funktionelle Spezialisierungen, sondern auf verschaltete integrative Netzwerke abzielen, eröffnen Beschreibungs- und Erklärungsperspektiven, mit denen sich das Verhältnis von neuronaler und phänomenaler Ebene zumindest präziser erfassen lässt.
Auf der Tagung soll sich der Entschlüsselung menschlichen Bewusstseins vor dem Hintergrund der Frage nach dem richtigen Verständnis von mentaler Repräsentation genähert werden. Auch wenn die Methoden der Philosophie und der Neurowissenschaften über jeweils eigene Weisen der Rechtfertigung verfügen und nicht ohne Weiteres direkt aufeinander abbildbar sind, kann im Dialog zwischen den Disziplinen ein gemeinsames Verständnis menschlichen Bewusstseins entwickelt werden.

Kontakt: Institut für Ethik in den Neurowissenschaften (INM 8)
am Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel.: 02461-61-58 90
Fax: 02461-61-29 50
http://www.fz-juelich.de/inm/inm-8/

Veranstalter: Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Ethik in den Neurowissenschaften

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dieter Sturma

Schlagworte: Hirnforschung, Medizinische Ethik

Artikelaktionen