Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Bioethik im Diskurs- Der Beitrag der Theologie und die Erwartungen der Kirche

Termin: 17.1.2014 bis 19.1.2014

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Tagungsassistenz
Schloss-Strasse 2+4
82327 Tutzing

Referenten: Pfarrer Frank Kittelberger, Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Ulrich H.J. Körtner, Prof. Dr. med. Franz Kainer, Pastor Dr. theol. Michael Coors, PD Dr. theol. habil. Arne Manzeschke, Prof. Dr. theol. Peter Dabrock M.A., Prof. Dr. med. Jürgen Winkler, Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Heinemann, Prof. Dr. med. Andreas Frewer M.A. Wolfgang Küpper

Weitere Informationen:
http://web.ev-akademie-tutzing.de/cms/index.php?id=576&part=prog&lfdnr ...

Kurzbeschreibung: PLAYING GOD?

Biotechnologische Forschung und Entwicklung haben in den vergangenen
Jahren unsere Vorstellungen vom Leben und seiner Gestaltbarkeit
massiv verändert. Ankündigungen von Forschern, die Lebenszeit von
Menschen verzehnfachen zu können, lassen sich nicht mehr einfach in
den Bereich der Science Fiction verweisen. In der Verbindung von
biologischer Forschung und Ingenieurwissenschaft werden die Unterscheidungen
Natur / Kultur bzw. Natur / Technik immer unschärfer.
Technisch hergestellte Natur ist möglich, wie die speziell zu Forschungszwecken
gezüchtete Onkogenmaus zeigt. Der „technologische Imperativ“
sagt: Was technisch verstanden und machbar ist, muss getan werden!
Die Ethik hält dagegen: Es geht nicht allein um Machbarkeit, sondern
auch um Verantwortbarkeit.

Gesellschaftliche Diskurse weisen in diesen Fragen große Ambivalenz auf:
Einerseits gibt es hohe Erwartungen an die Wissenschaft; Fortschritte in
der medizinischen Diagnose und Therapie sind erwünscht. Andererseits
erwecken ebendiese Fortschritte die Befürchtung, dass der Mensch sich
selbst und seine Umwelt verlieren oder irreparabel zu seinem und ihrem
Schaden verändern könnte.

Die Theologische Ethik als wissenschaftliche Disziplin beteiligt sich aus
gesellschaftlicher Verantwortung heraus an den Orientierungsbemühungen
in bioethischen Fragen. Sie hat dabei strukturell und inhaltlich einen
recht guten Stand. Die Kirchen als gesellschaftliche Akteure beteiligen
sich ebenfalls an den bioethischen und biopolitischen Diskursen,
übernehmen jedoch eine andere Rolle und unterliegen dabei anderen
Zwängen und Rahmenbedingungen. Sie formulieren ihre bioethischen
Positionen in enger Verbindung zur wissenschaftlich-theologischen Ethik,
sind mit dieser aber nicht deckungsgleich. Die Unterschiede zwischen
theologischem und kirchlichem Reden werden jedoch selten markiert
oder reflektiert.

Die Tagung versucht anhand ausgewählter bioethischer Entwicklungen
den Stand der Diskussion in Theologie, Kirche und Gesellschaft zu
erheben. Im Mittelpunkt steht die Frage nach ihrem Wechselverhältnis
und der Orientierungskraft, die daraus erwachsen kann.

Kontakt:

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB , Institut für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien

Wissenschaftliche Leitung: Pfarrer Frank Kittelberger, Tutzing, Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Ulrich H.J. Körtner, Wien, PD Dr. theol. habil. Arne Manzeschke, München

Schlagworte: Medizinische Ethik

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