Titel: Aus Mitleid zum Sterben helfen?
Termin: 16.9.2002 bis 18.9.2002
Veranstaltungsort:
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing
Referenten: Dr. Christoph Meier (Ev. Akademie Tutzing); Dr. Alfred Simon (Geschäftsführer der Akademie für Ethik in der Medizin, Göttingen); Gerrit K. Kimsma (Arzt und Philosoph, Abt. Metamedica, Sektion Philosophie und Ethik, Vrije Universiteit Medisch Centrum, Amsterdam (NL)); Dr. Chris Johannes Caspar Rutenfrans (Journalist, Haarlem (NL)); Dr. Jürgen Bickhardt (Internist, Erding); Kurt Manlik (Krankenpfleger, Kreiskrankenhaus Erding); Friedrich Luigart (Angehöriger, Erding); Carlo Heßdörfer (Jurist, München); Prof. Dr. Karl-Heinz Wehkamp (Studiengang Gesundheit und Pflege, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg); Thela Wernstedt (Zentrum für Anästhesiologie-, Rettungs- und Intensivmedizin, Universität Göttingen); Prof. Dr. Hans-Ludwig Schreiber (Juristische Fakultät, Universität Göttingen); Dr. Claudia Bausewein (Oberärztin an der Interdisziplinären Palliativmedizinischen Einrichtung, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximillians-Universität München); Prof. Dr. Ulrich Eibach (Institut für Systematische Theologie und Evangelische Klinikseelsorge, Universität Bonn); Klaus Kutzer (Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof a.D., Karlsbad-Spielberg); PD Dr. Gian Domenico Borasio (Interdisziplinäre Palliativmedizinische Einrichtung und Neurologische Klinik, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximillians-Universität München); Drs. (NL) Jeantine Lunshof (Philosophin, Europäische Akademie GmbH, Bad Neuenahr-Ahrweiler); Wolfgang Putz (Rechtsanwalt für Arzthaftungsrecht, Medizinrechtlich orientierte Sozietät Putz und Teipel, Berlin-München)
bestimmten Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen) in
den Niederlanden wurde neuerdings auch in Belgien ein derartiges
Gesetz verabschiedet. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat dagegen den Antrag einer britischen
Staatsbürgerin, die vom Halse abwärts gelähmt und deshalb zu
einer Selbsttötung nicht mehr in der Lage war, auf Straffreistellung
einer von ihr gewünschten Sterbehilfe durch den Ehemann
letztinstanzlich abgewiesen, mit der Begründung, ein solches
Recht sei in der Europäischen Menschenrechtskonvention nicht
verankert; das Recht zu leben beinhalte nicht auch sein Gegenteil,
nämlich das Recht zu sterben.
Die Diskussion um Sterbehilfe wird also europa-, ja weltweit
ständig geführt. Aus den USA wird immer einmal wieder
entsprechendes berichtet, aber auch aus anderen Ländern gibt es
häufig derartige Nachrichten. So wurde z.B. in einem
australischen Bundesstaat vor einigen Jahren ein Gesetz, das
aktive Sterbehilfe relativ leicht möglich machte, erlassen,
inzwischen jedoch wieder zurückgenommen. Auch damals war der
Streit der Meinungen nicht nur vor Ort, sondern weltweit heftig.
Deutschland kann sich von dieser internationalen Diskussion nicht
einfach abkoppeln, doch das Thema ist hierzulande durch die
Nazivergangenheit in besonderer Weise vorbelastet und damit
heikel. Dennoch bringen verschiedene Interessengruppen und
namhafte Einzelpersonen die Forderung nach einer Liberalisierung
auch der deutschen Rechtsvorschriften in regelmäßigen
Abständen neu ins Gespräch. Entscheidungen in anderen
Ländern, oder spektakuläre Fälle wie der genannte in
Großbritannien, bieten dafür aktuelle Anlässe und wecken auch
die Aufmerksamkeit der Medien. Heftige Reaktionen der Gegner
jeglicher Art von Sterbehilfe folgen solchen Initiativen jeweils auf
dem Fuß. Eine sachliche Diskussion ist dann kaum noch
möglich, auch nicht über vielleicht sinnvolle Zwischenlösungen
zwischen aktiver Tötung einerseits und vermeidbarer
Leidensverlängerung andererseits.
Auf diesem Hintergrund ist es Ziel der Tagung Aus Mitleid zum
Sterben helfen?, das Für und Wider verschiedener denkbarer
Lösungen differenziert gegeneinander abzuwägen und damit zu
einem Aufbrechen der oft verhärteten Streitfronten beizutragen
zum Wohle der betroffenen Menschen.
Wir laden alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an der Tagung
und zum Mitdiskutieren ein.
Kontakt:
Ev. Akademie Tutzing
Frau Doris Brosch
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing
Tel.: 08158 / 25 11 25
Fax: 08158 / 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de
Veranstalter: Ev. Akademie Tutzing
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier, Ev. Akademie Tutzing
Schlagworte: Sterbehilfe