Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Technik Welt Kultur - Technische Zivilisation und kulturelle Identitäten im Zeitalter der Globalisierung

Termin: 1.10.2002 bis 2.10.2002

Veranstaltungsort:
RWTH Aachen
Kármánstraße 11
52062 Aachen

Referenten: Dr. A. Walti (Boston Consulting Group, Zürich); Prof. Dr. U. Steinbach (Hamburg); Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. G. Spur (Berlin); Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher (Ulm); Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. J. Milberg (BMW München); Prof. Dr. W. König (Berlin); Prof. Dr. R. Koda (Kumamoto); Dr. A. Engels (Bielefeld); Dr. H. Demel (VW do Brasil); Prof. Dr. W. Bijker (Maastricht); Prof. Dr. habil. Gerd Antos, M.A. (Halle)

Kurzbeschreibung: 6. Interdisziplinäres und internationales Kolloquium des Forums ’Technik und Gesellschaft’ unter Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse.

Globalisierung ist heute längst Realität: Die Produktion,
Entwicklung und Vermarktung von Technik finden weltweit
arbeitsteilig statt. Internationale Unternehmen führen die
Chancen, aber auch die Probleme, die durch ein Agieren
in ganz unterschiedlich geprägten Räumen entstehen
können, durch ihre Tätigkeit in verschiedenen Staaten und
Kontinenten vor. Technik und ihr jeweiliger Einsatz sind
immer in spezifische kulturelle Kontexte eingebettet. Die
kulturelle Verschiedenartigkeit der Welt ist vor dem
Hintergrund nicht allein marktpolitischer Erwägungen ein
wichtiger Faktor für die Entwicklung, den Einsatz, den
Erfolg und die Akzeptanz von Technologien. Unsere Welt ist durch eine Vielfalt kultureller Kontexte
geprägt, deren Verschiedenartigkeit den zivilisatorischen
Reichtum der Menschheit ausmacht. Zugleich erfordert
diese Vielheit einen kontinuierlichen und selbstkritischen
Dialog der Kulturen untereinander. Eigene kulturelle
Identität entsteht aus der Auseinandersetzung mit dem
Anderen. Die Auseinandersetzung mit anderen kulturellen
Traditionen ist damit eine bleibende Aufgabe jeder
Zivilisation. Durch die Reichweite des internationalen
Wissens- und Güteraustausches hat diese Aufgabe einen
globalen Stellenwert gewonnen. Modernisierungsprozesse sind – auch binnenkulturell -
per se konfliktträchtig, da sie Lebensinhalte und
Strukturen verändern. Diese Prozesse werden im Zeitalter
der Globalisierung zu interkulturellen und nicht mehr allein
binnenkulturellen Vorgängen, wie sie etwa im Zeitalter der
Industrialisierung in Europa zu beobachten waren. Der
Export westlicher Technik, Ausbildungssysteme,
Populärkultur, Verhaltensmuster und
Konsumgewohnheiten stellt für andere Kulturen ein
verschärftes Identitätsproblem. Aus der Frage nach der
eigenen Identität resultiert mitunter die Empfindung von
Modernisierung als Bedrohung und als Gegenreaktion die
Flucht in eine in Abgrenzung konstruierte kulturelle
Identität. Als treibende Kraft der Modernisierungsprozesse seit der
Industrialisierung hat sich der wissenschaftlich-technische
Fortschritt erwiesen. Der aus ihm resultierende
beständige Wandel kann als bestimmendes Paradigma
der westlichen Kultur angesehen werden. In diesem
Kontext werden "die Technik" und "der technische
Fortschritt" selbst zu ausschlaggebenden Faktoren von
Identität, die jedoch nicht selbstverständlich als solche
erkannt und reflektiert werden. Vielmehr gilt Technik
weithin als neutral. Führt man sich die Prozesse der
Modernisierung und Technisierung in der Vergangeheit vor
Augen, wird allerdings deutlich, in welch unterschiedlicher
Weise in verschiedenen Nationen der Weg in die
technisch-wissenschaftliche Moderne beschritten wurde
und das eigene Selbstverständnis mitbestimmt hat.

Das Forum Technik und Gesellschaft wird in seinem 6.
interdisziplinären und internationalen Kolloquium die
Frage nach der Bedeutung kultureller Kontexte für den
Erfolg und Misserfolg von Technologien im Dialog mit
Repräsentanten aus Wissenschaft und international
agierenden Unternehmen erörtern.

Welche kulturellen Faktoren haben Einfluss auf
Entwicklung, Vermarktung, Produktion und Einsatz von
Technik?

Wie prägen sie unterschiedliche Selbstverständnisse?

Führen weltweit ähnliche technische Systeme und
Produkte auch zu kultureller Angleichung?

Vor dem Hintergrund dieser und ähnlicher Fragen setzt
sich das Kolloquium zum Ziel, einen Beitrag zum
besseren Verständnis der Wechselwirkungen zwischen
Technik, kultureller Identität und Globalisierung zu leisten.

Kontakt: Forum ‚Technik und Gesellschaft‘
Dipl.- Ing. Karl R. Kegler
RWTH Aachen
Kármánstraße 11
52056 Aachen

Tel.: 0241 / 80 9 40 30
Fax: 0241 / 80 9 23 63

karl.kegler@zhv.rwth-aachen.de
http://www.twk.rwth-aachen.de/index2.htm

Veranstalter: RWTH Aachen

Artikelaktionen