Titel: Das gläserne Gehirn: Moderne Bildgebung - Der Schlüssel zum menschlichen Bewusstsein?
Beginn:
4.12.2002
Veranstaltungsort:
Joseph-Beuys-Ufer 33
Düsseldorf
Referenten: Prof. Dr. Ansgar Beckermann (Philosophische Fakultät Universität Bielefeld, Präsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie e.V.); Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Kaiser (Präsident des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf); Prof. Dr. Thomas Metzinger (Leiter des Arbeitsbereiches Theoretische Philosophie am Philosophischen Seminar der Universität Mainz); Prof. Dr. Thomas Münte (Direktor des Instituts für klinische Neuropsychologie an der Universität Magdeburg); Prof. Dr. David Papineau (Direktor der Philosophischen Fakultät, Kings College, London); Prof. Dr. Marcus Raichle (Department of Radiology, Neurology and Neurological Surgery der Universität Washington, St. Louis, USA); Gerd Tille (Journalist, WDR,
Der zunehmende Einsatz der modernen Bildgebung zur Erforschung des menschlichen Bewusstseins führt zu dem voreiligen Schluss, dass wir menschliches Bewusstsein mit diesen Bildern vom Gehirn gleichsetzen dürfen. Ist der Mensch letztlich wirklich durch seine Gehirnaktivität erklärbar? Während einige Neurowissenschaftler die Bedeutung der Struktur und Funktionsweise des Gehirns für die Entschlüsselung des menschlichen Bewusstseins herausstreichen, weisen andere Wissenschaftler darauf hin, dass wir unser Bild vom Menschen und seinen Fähigkeiten nicht auf Hirnfunktionen reduzieren können und dürfen. Die Frage nach dem Zusammenhang von "Gehirn und Geist" ist nicht neu und ist in der Philosophie unter dem Stichwort "Leib-Seele-Problem" immer wieder erörtert worden.
Doch während man früher metaphysische Theorien zur Erklärung von Gehirn und Geist heranzog, sind Phänomene wie das Bewusstsein oder die Seele heute längst Gegenstand der Neurowissenschaften und der modernen Bildgebung geworden. Doch was genau sehen wir, wenn wir mit unserem Gehirn auf unser Gehirn blicken, und können wir das alte Leib-Seele-Problem mit modernster Technik wirklich lösen?
Das Wissenschaftszentrum NRW will durch diese Veranstaltung die Möglichkeiten und Grenzen moderner Bildgebung in der Medizin und Hirnforschung vorstellen und den Zusammenhang zwischen Gehirn und Bewusstsein im Licht der neuen Techniken diskutieren. Die Veranstaltung "Das gläserne Gehirn" thematisiert das Spannungsfeld zwischen Gehirnforschung, Philosophie und Gesellschaft und knüpft damit an vorangegangene Veranstaltungen des Wissenschaftszentrums, "Neuroworlds" und "Mensch oder Roboter", an. International remomierte Mediziner, Hirnforscher und Philosophen werden erörtern, ob sich das, was wir unter "Bewusstsein" verstehen, durch die moderne Bildgebung erklären und untersuchen lässt. Auf der Tagung sollen die unterschiedlichen Sichtweisen und deren Hintergründe gegenübergestellt werden. Eine zentrale Frage wird dabei sein, ob das menschliche Bewusstsein in Zukunft technisch zugänglich und verfügbar oder ob es ein nicht fassbares Geheimnis bleiben wird.
Unter anderem stehen folgende Fragen im Mittelpuntkt:
* Welche Erkenntnisse liefern uns die ständig verbesserten Techniken über das Gehirn und die mentalen Prozesse beim Menschen?
* Welche neuen Einsatzgebiete ergeben sich für die Bildgebung in der Medizin und Forschung?
* Welcher Zusammenhang besteht zwischen Gehirn und Bewusstsein? Ist das Bewusstsein überhaupt empirisch erfassbar?
* Können wir mit modernen bildgebenden Verfahren das alte Leib-Seele-Problem auflösen, oder ist der Mensch doch mehr als sein Gehirn?
* Welche Zugriffsmöglichkeiten auf unser Gehirn und unser Denken werden durch moderene bildgebende Verfahren möglicherweise eröffnet?
* Welchen Einfluss wird diese Technik auf das Bild vom gesunden und kranken Menschen haben?
Kontakt:
Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen
40190 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 38 79 00
Fax: 0211 / 3 87 90 36
konferenz@mail.wz.nrw.de
http://www.wz.nrw.de/DasGlaeserneGehirn
Veranstalter: Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen
Wissenschaftliche Leitung: Dipl. biol. Julia Wolf
Schlagworte: Hirnforschung