Titel: Zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung - Über die Grenzen von Patientenautonomie und Patientenverfügung
Beginn:
11.6.2003
Veranstaltungsort:
Halle Bayern
Behrenstraße 21 - 22
10117 Berlin-Mitte
Referenten: Dr. Meo-Micaela Hahne (Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof (XII. Zivilsenat))
Im Fall meiner irreversiblen Bewusstlosigkeit, schwerster Dauerschäden meines Gehirns oder des dauernden Ausfalls lebenswichtiger Funktionen meines Körpers oder im Endstadium einer zum Tode führenden Krankheit,
, will ich:
* keine Intensivbehandlung,
* Einstellung der Ernährung
* nur angst- oder schmerzlindernde Maßnahmen, wenn nötig
* keine künstliche Beatmung,
* keine Bluttransfusionen,
* keine Organtransplantation,
* keinen Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine.
Meine Vertrauenspersonen sind
Diese Verfügung wurde bei klarem Verstand und in voller Kenntnis der Rechtslage unterzeichnet."
[Unterschrift, Datum, Ort]
Eine solche Patientenverfügung gilt als Ausdruck einer vorsorglichen Willensbekundung und zielt darauf ab, im Falle der Einwilligungsunfähigkeit einen selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Leben zu garantieren.
Im Fall eines selbst nicht mehr entscheidungsfähigen, irreversibel hirngeschädigten Betroffenen hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Einwilligung des Betreuers in den Ernährungsabbruch einer vormundschaftlichen Genehmigung bedürfe - bei gleichzeitigem Vorliegen einer Verfügung des Einwilligungsunfähigen. In seinem Beschluss vom 17. März 2003 (Aktenzeichen XII ZB 2/03)hat der Bundesgerichtshof zur Zulässigkeit lebenserhaltender oder -verlängernder Maßnahmen und zur Bedeutung von Patientenverfügungen allgemein Stellung genommen.
Frau Dr. Meo-Micaela Hahne, Vorsitzende Richterin des für den Fall zuständigen XII. Zivilsenats am Bundesgerichtshof, stellt die Begründung des Beschlusses vor und erläutert die rechtlichen Voraussetzungen.
Aus der palliativmedizinischen Praxis kommentiert Herr PD Dr. H. Christof Müller-Busch, Universität Witten-Herdecke/ Humboldt-Universität Berlin, Palliativzentrum Berlin-Brandenburg.
Die öffentliche Diskussion moderiert Frau Dr. Christiane Woopen, Mitglied des Nationalen Ethikrates.
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Veranstalter: Nationaler Ethikrat
Schlagworte: Sterbehilfe