Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Konzepte der Bioinformatik und Chemieinformatik: Innovative Ansätze zur Wirkstoffforschung

Termin: 4.12.2003, 9:00 Uhr, bis 5.12.2003, 16:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Institut für Molekularbiologie und Bioinformatik
2. Stock Unterrichtsraum
Arnimallee 22
14195 Berlin

Referenten: Alexander Alanine (Basel, CH) * Jürgen Kleffe (Berlin, D) * Peter R. Jungblut (Berlin, D) * Gisbert Schneider (Frankfurt, D) * Christoph Sotriffer (Marburg, D) * Paul Wrede (Berlin, D)

Kurzbeschreibung: Im Kurs werden intelligente Algorithmen zur effizienten Wirkstoffsuche und für das rationale molekulare Design vorgestellt. Wichtiger Bestandteil in der virtuellen Wirkstoffsuche sind Mustererkennungsverfahren. Grundlage ist Auswahl geeigneter mehr-dimensionaler Moleküldeskriptoren. Ziel ist die Darstellung der engen Verknüpfung bioinformatischer und cheminformatischer Verfahren.
Ferner werden verschiedene Methoden zur Optimierung der Eigenschaften von Molekülen vorgestellt. Dazu gehören ADME- und Toxizitäts-Vorhersagen. Der Kurs bietet die Möglichkeit, den Einsatz von intelligenten Computerprogrammen für die Erstellung neuartiger Strukturvorschläge kennen zu lernen. So wird gezeigt, wie bereits hochwertige Moleküle im Rechner entwickelt werden können, die im Bioscreening evaluiert werden.

Lernziel:

Die Teilnehmer lernen verschiedene computergestützte Ansätze aus der Bioinformatik und Cheminformatik zur Identifikation neuer Wirkstoffe sowie zum strukturellen und ligandenbasierten de novo Design von Leitstrukturen kennen. Neben der virtuellen Wirkstoffsuche werden Methoden und Techniken der Targetidentifikation und Validierung vorgestellt. Um die Ergebnisse sinnvoll bewerten zu können, erfolgt eine fundierte Einführung in die entscheidenden Methoden der statistischen Auswertung von Daten. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der modernen Wirkstoffforschung ist das frühzeitige Erkennen von ADME- und Toxizitäts-Eigenschaften bioaktiver Moleküle, so dass ein möglicher Abbruch nicht erst in der späteren Phase erfolgt. Die Teilnehmer lernen die dazu notwendigen Methoden, wie ADME- und Toxizitäts-Vorhersagen einzuschätzen und sinnvonn anzwenden. Zusätzlich werden Methoden der Indenfikation neuer Targets anhand von Proteomics Analysen von Mikroorganismen verdeutlicht.

Lerninhalt:

Ausgehend von Moleküldatenbanken wird in diesem Kurz gezeigt, wie durch virtuelles Screening neue Liganden für ein Zielprotein gefunden werden. Die geeignete Beschreibung eines Moleküls macht einen großen Teil des Erfolgs der Leitstrukturidentifikation aus. Daher werden verschiedene, erfolgreiche neue Deskriptoren vorgestellt. Um die Suche nach Leitstrukturen über den bekannten Strukturraum hinaus zu erweitern, wird die Verwendung evolutionärer Algorithmen für das de novo Design von Strukturen mit gewünschten Eigenschaften beschrieben. Für die damit erstellten Strukturen werden ADME- und Toxizitäts-Eigenschaften vorhergesagt.
Es wird der Zusammenhang zwischen den rechnergestützten Verfahren zur Targetidentifikation aus genomischen Daten sowie der Simulation metabolischer Prozesse erörtert. Ferner werden entscheidende statistische Methoden zur Versuchsplanung und Auswertung von Daten vorgestellt.

Stoffvermittlung:

In Seminarvorträgen werden Verfahren zur Chemie ung Bioinformatik schrittweise erklärt und unterstützt durch Demonstrationen am Rechner.

Zielgruppe:

Pharmazeuten, Medizinaltechniker sowie Naturwissenschaftler, Ingenieure der Biotechnologie aus Industrie und Hochschule, die ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Bio- und Chemieinformatik vertiefen wollen.

Vorkenntnisse:

Grundkenntnisse der Biochemie, Chemie und der angewandten Informatik genügen zur erfolgreichen Teilnahme.

Kontakt: DECHEMA e.V.
Weiterbildung
Postfach 15 01 04
60061 Frankfurt am Main

Tel.: +49 - (0)69 - 7 56 42 53
Fax: +49 - (0)69 - 7 56 44 14

http://www.dechema.de

Veranstalter: DECHEMA e.V.

Schlagworte: Biotechnologie, Pharmazeutik

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