Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Identität und Körper: Was bleibt angesichts Neurowissenschaften und moderner Transplantationsmedizin vom Menschen?

Termin: 21.11.2003, 13:30 Uhr, bis 22.11.2003, 18:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Foyer der Französischen Friedrichstadtkirche
(Französischer Dom) auf dem Gendarmenmarkt, Berlin-Mitte
(Eingang Charlottenstraße)

Referenten: Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin * Dr. Christof Tannert, AG Bioethik und Wissenschaftskommunikation am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin * Dr. Silke Schicktanz, AG Bioethik und Wissenschaftskommunikation (Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin / Forschungszentrum Jülich) * Dr. Heiko Stoff, Historisches Seminar, Universität Hamburg * Dr. Jutta Weber, Historisches Seminar, Technische Universität Braunschweig * Dr. Georg Northoff, Neuroscience, Harvard University Boston * Katja Pratschke und Gusztáv Hámos, Gewinner Deutscher Kurzfilmpreis in Gold 2002 * Prof. Dr. Peter M. Vogt, Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum Hannover Oststadt und Medizinische Hochschule Hannover * Katrin Bentele, Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Tübingen * Dr. Norbert Meuter, Institut für Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin * Dr. Vera Kalitzkus, Gesellschaft zur Förderung medizinischer Kommunikation e.V. (Ge-MeKo), Göttingen * Prof. Dr. Christian Schwarke, Institut für Evangelische Theologie, Technische Universität Dresden * Prof. Dr. Monika Frommel, Juristische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel * Margot von Renesse, ehem. Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin"

Kurzbeschreibung: Identität und Körper - das sind Grundbegriffe im Nachdenken des Menschen über sich selbst.
In welchem Verhältnis jedoch steht unsere Identität zu unserer körperlichen Beschaffenheit?
Diese Frage stellt sich durch die fortschreitenden Möglichkeiten in der modernen Transplanta-tionsmedizin und der Neurowissenschaft mit besonderer Dringlichkeit. Die Implantation von Neuroprothesen und die Transplantation von Organen, Gliedmaßen und vor allem Hirngewebe heben die "klassischen" Grenzen zwischen (Körper)Eigenem und (Körper)Fremden zuneh-mend auf und fordern uns heraus, die Bedeutung des menschlichen Körpers für das individuel-le Selbst neu zu reflektieren.
Medizinerinnen und Mediziner machen von einer neurozentrischen Sichtweise des Menschen Gebrauch und verorten die personale Identität eines Menschen im Gehirn. Aus eben diesem Grund ist die Transplantation von Hirngewebe in Deutschland heftig umstritten. Ist jedoch die Transplantation aller anderen Organe und Körperteile tatsächlich kein Problem für unser Selbstverständnis? Welchen Einfluss hat eine veränderte Körperlichkeit auf das Verhältnis ei-nes Menschen zu sich selbst und seiner Umwelt?

Am Beispiel konkreter medizinischer Behandlungsmöglichkeiten gehen wir auf der Tagung der Frage nach, wie sich philosophische, kulturwissenschaftliche und theologische Konzepte von Körper und Identität unter dem Einfluss der modernen Medizin gewandelt haben. Wir diskutie-ren, welche Rolle das Verhältnis von Körper und Identität in der biopolitischen Debatte ein-nimmt und ob das Ziehen von Körpergrenzen ein Gegenstand politischer Regulierung sein kann und sollte.

Kontakt: Frau Belinda Elter
Evangelische Akademie zu Berlin
Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin

Tel. +49 - (0)30 - 20 35 54 07
Fax: +49 - (0)30 - 20 35 55 50

elter@eaberlin.de

Veranstalter: Max-Dellbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin-Buch, Forschungszentrum Jülich, Evangelische Akademie zu Berlin

Schlagworte: Organ-/Gewebetransplantation

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