Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Genetisches Wissen - Schlüssel zur Heilung?

Termin: 5.12.2003, 15:30 Uhr, bis 7.12.2003, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing

Referenten: Christoph Meier (Tutzing) * Claus R. Bartram (Heidelberg) * Ursel Fuchs (Düsseldorf) * Wolfgang Neubert (Martinsried) * Günter Feuerstein (Hamburg) * Gabriele Wolfslast (Gießen) * Jan-Diether Murken (München) * Elke Holinski-Feder (München) * Klaus Cichutek (Langen) * Jürgen Brockmöller (Göttingen) * Peter Lichter (Heidelberg) * Werner Bartens (Freiburg) * Christopher Frey (Bochum) * Dirk Lanzerath (Bonn)

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de

Kurzbeschreibung: Die Genforschung weckt Hoffnungen und Ängste. Ihre Ergebnisse könnten die Heilung bisher unheilbarer Krankheiten ermöglichen. Das Wissen, zu dem sie Zugang verschaffen, kann aber auch missbraucht werden. Welche Einschätzungen und Perspektiven sind realistisch?

Kaum ein anderer Wissenschaftszweig zieht so viel öffentliche Aufmerksamkeit auf sich wie die Genforschung. Die Sequenzierung des menschlichen Genoms wurde unter starkem politischem Rückenwind als weltweites Großprojekt in Angriff genommen und in einem heftigen Konkurrenzkampf zwischen öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen mit Hochdruck vorangetrieben. Als dann sehr viel früher als von vielen erwartet Erfolg gemeldet wurde, wurde dieser in den Medien als epochaler Durchbruch, ja als Meilenstein in der Menschheitsgeschichte gefeiert. Der „Bauplan des menschlichen Lebens“ liege nun vor Augen, wurde gesagt und geschrieben. Optimisten knüpften daran große Hoffnungen; Pessimisten malten Bedrohungsszenarien an die Wand.

Inzwischen ist es um den großen Durchbruch etwas stiller geworden, zum einen, weil sich gezeigt hat, dass die ersten Erfolgsmeldungen wohl verfrüht waren; man war noch nicht so weit wie versprochen. Zum andern ist allmählich auch ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen, was Fachleute von Anfang an wussten, dass mit einer Sequenzierung des Genoms im Grunde noch wenig erreicht ist. Die eigentliche Arbeit beginnt erst danach. Im Laienverständnis steht dafür das Bild vom sinnlosen Buchstabensalat, der erst noch in verständliche Sprache gebracht werden muss.

Trotz solcher immer wieder eintretenden Ernüchterung nach großen Ankündigungen, für die der Verlauf der Diskussion nach der Erfolgsmeldung Craig Venters nur ein Beispiel unter vielen ist, sind die Erwartungen an die Genforschung bleibend hoch. In regelmäßigen Abständen in den Medien (bzw. von publizitätssüchtigen Wissenschaftlern über die Medien) verkündete neue „Durchbruche“ stoßen in einer breiten Öffentlichkeit auf offene Ohren. Sie bringen immer neue Heilserwartungen zum Blühen und provozieren auf der anderen Seite Katastrophenvorhersagen.

In einem solchen Umfeld ist es schon für Mediziner, wenn sie nicht gerade Fachleute auf einem der einschlägigen Spezialgebiete sind, erst recht aber für Laien schwer, sich sachgerecht zu orientieren. Die Tagung „Genetisches Wissen – Schlüssel zur Heilung?“ soll dabei helfen. Im Gespräch mit auf entsprechenden Sachgebieten kompetenten Fachleuten, die für unterschiedliche Perspektiven und Einschätzungen stehen, suchen wir nach Antworten auf die Frage: Was ist realistisch zu erwarten?

Kontakt: Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing

Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24

brosch@ev-akademie-tutzing.de

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing

Schlagworte: Genetische Tests/Beratung, Genforschung/-technik, Genomanalyse, Gentherapie

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