Titel: Autonom leben statt fürsorgliche Belagerung
Termin:
11.11.2003
Veranstaltungsort:
Wartaweil 45
82211 Herrsching/Ammersee
Referenten: Christoph Meier (Tutzing) * Heiner Keupp (München) * Horst Frehe (Bonn) * Georg Theunissen (Halle) * Florian Straus (München) * Hans Weiß (Reutlingen) * Ulrich Heimlich (München) * Richard Strodel (München) * Dagmar Veith (München) * Peter Scholze (München) * Reinhard Kirchner (München) * Claudia Franziska Bruner (München) * Clemens Dannenbeck (Landshut) * Margot Wingruber (München) * Lothar Marx (München) * Christa Stewens (München) * Ina Stein (München) * Klaus Kreuzeder (München) * Peter Radtke (München) * Volker Schönwiese (Innsbruck) * Manfred Hintermair (Heidelberg) * Renate Windisch (München) * Zsofia Winkler (München) * Eszter Jókay (München) * Cornelia von Pappenheim (München) * Sabine Kowatsch (München) * Johannes Brandmair (München) * Andrea Vollmer (München) * Otto Speck (München)
Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de
Das Europäische Jahr der Behinderten geht zu Ende. Eine Vielzahl von Aktivitäten im Freistaat Bayern hat gezeigt, dass sich in den hinter uns liegenden Jahren eine Reihe von Barrieren im Alltag von behinderten Menschen und im Bewusstsein der Bevölkerung beseitigen ließen, die eine Integration von behinderten Menschen erschwerten oder verhinderten. Auch in diesem Jahr haben sich positive Entwicklungen anstoßen lassen. Mit der Tagung Autonom leben statt fürsorgliche Belagerungsoll zum Abschluss des Schwerpunktjahres noch ein spezieller Impuls gegeben werden. Einerseits soll Bilanz gezogen werden, wie weit es bisher gelungen ist, materielle, bauliche, soziale, psychische und rechtliche Barrieren zu beseitigen bzw. zu reduzieren und wo sie für Behinderte nach wie vor alltägliche Erfahrungen sind. Andererseits sollen Perspektiven für eine konsequente Überwindung behindernder Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen formuliert werden.
Mit einiger Verzögerung hat sich auch in Deutschland für das gesamte Umfeld der Behinderung ein Leitprinzip durchgesetzt, das im angloamerikanischen Bereich als Community Care bezeichnet wird. Es macht Schluss mit der Vorstellung, behinderte Menschen bräuchten Sonderbezirke und Schonräume. Stattdessen geht es um eine umfassende und uneingeschränkte Teilhabe von behinderten Menschen an normalen Formen des Wohnens, Arbeitens und Lebens. Ein solches Normalisierungsprinzip erfordert von Gesellschaft, Politik, Professionellen und den behinderten Menschen selbst ein Umdenken. Menschen mit Behinderung müssen die Chance haben, in der Zivilgesellschaft anzukommen und sie mit ihren Erfahrungen und Projekten mit zu gestalten. Weder ein fürsorglicher Staat noch eine hoch professionalisierte Behindertenarbeit können an die Stelle autonomer Lebenspraxis treten. Integration kann nur aus einer Politik des Empowerment folgen und braucht umfassende Formen der Partizipation.
Integration Empowerment Partizipation: Diese Leitwerte von Community Care sind an innovativen Beispielen aufzuzeigen. Die Tagung richtet sich an Menschen mit Behinderung, Politiker, Professionelle und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger und wird vom Engagement dieser Gruppen getragen.
Kontakt:
Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing
Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing
Schlagworte: Behinderung