Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Probleme der Ernährung dementiell veränderter älterer Menschen: Paradigma und Indikator für die Versorgungssituation von Menschen in Demenzprozessen?

Beginn: 2.12.2003, 9:00 -16:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Fachhochschule Frankfurt am Main
Gebäude 8
Hörsaal 8
Kleiststraße

Referenten: siehe Homepage

Weitere Informationen:
http://www.kathpflegeverband.de/

Kurzbeschreibung: Die Ernährung dementiell veränderter Menschen stellt für die pflegenden Angehörigen wie auch für die Fachleute in der stationären und häusli­chen Pflege eine große Herausforderung dar, wenn die Betroffenen das Anreichen von Nahrung und Flüssigkeit zurückweisen. Tatsächlich ist etwa jeder 4. Demenzkranke untergewichtig (4. Altenbericht der Bundesregierung). Hält die Pro­blematik über längere Zeit an, können Kachexie und Exsikkose das Leben ernsthaft gefährden.

Die Situation stellt auch an die Medizin – in Person des Hausarztes, einer gerontopsychiatrischen Fachärztin oder eines Ernährungsberaters – höchste Ansprüche: Die Option der Perkutanen Gastrostomie kann in manchen Fällen angezeigt sein; ihr Einsatz verlangt jedoch eine sorgfältige Differentialdiagnostik und Therapieplanung.

Die Rechtsprechung ist vor allem mit der Feststellung des mutmaßlichen Willens befasst. Ele­mentare Rechtsgüter müssen abgewogen werden.

Die Tagung soll einen Beitrag zur Sensibilisie­rung für das Problemfeld der Ernährung von Menschen in Demenzprozessen leisten, um eine wissenschaftliche Fundierung von Positionen zu ermöglichen. Entscheidungsprozesse unter Handlungsdruck werden dabei stets in inter­professioneller Abstimmung zu gestalten sein. Hierbei sind Aspekte der Selbstbestimmung und Würde, Allokationsgerechtigkeit, Leben und Lebensqualität einzubeziehen, aber auch ökonomische Rahmenbedingungen zu reflektieren. Um darüber hinaus einen Konsens in einer konkreten Situation herbeizuführen, den nicht nur die Ver­treterinnen und Vertreter der Kerndisziplinen, sondern alle Betroffenen mittragen, ist die Multi­perspektivität der Problematik ernst zu nehmen. Das Podiumsgespräch und der Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll die­sen Perspektiven Gehör verschaffen und Raum für kreative Ideen zur Gestaltung der Aktivität und existentiellen Erfahrung (AEDL) Essen und Trinken für Gesunde und Kranke geben.

Kontakt: Katholischer Berufsverband für Pflegeberufe e. V.
Adolf-Schmetzer-Str. 2-4
93055 Regensburg

Tel.: 09 41- 60 48 770
Fax: 09 41- 60 48 779

Veranstalter: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences, Katholischer Berufsverband für Pflegeberufe e.V.

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