Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Bilder des Menschlichen - Die Bedeutung von Wahrnehmung und Interpretation des Embryos für den Ethikdiskurs

Termin: 17.3.2004, 15:30 Uhr, bis 19.3.2004, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evengelische Akademie Loccum
Rehburg-Loccum bei Hannover

Referenten: Dr. Jörn Ahrens (Berlin) * Dr. Christoph Tannert (Berlin) * Dr. Ralph Charbonnier (Hannover) * Dr. Sigrid Graumann ( Berlin) * Prof. Dr. Ferdinand Hucho (Berlin) * Prof. Dr. Barbara Duden (Hannover) * Margot von Renesse (Bochum) * Dr. med. Dipl. Soz. Tanja Krones (Marburg/Lahn) * Dr. Wolfgang Beer (Berlin) * Dr. Markus Rothhaar (Berlin) * Prof. Dr. Matthias Kettner (Witten/Herdecke) * Dipl.-Kultpäd. Susanne Eser (Hannover) * Prof. Dr. Dietmar Mieth (Tübingen) * Dr. Annette Barkhaus (Erfurt) * Dr. Andrea Dörries (Hannover) * Dr. Eva Neumann-Held (Essen / Dortmund)

Kurzbeschreibung: Der ethische Diskurs über den Umgang mit Embryonen in der Biotechnologie und Reproduktionsmedizin tritt in eine neue Runde. Nach dem vorläufigen Scheitern des Klonverbots in den UN, den internationalen Differenzen um die Förderung verbrauchender Embryonenforschung aus Mitteln des EU-Forschungsprogramms sowie der kontrovers aufgenommenen Rede von Bundesjustizministerin Zypries zur Forschung an embryonalen Zellen ist auch der Wettbewerb um die Interpretation des menschlichen Embryos erneut entfacht.
Gute Gründe sprechen für die Annahme, dass kulturelle, religiöse und wissenschaftliche Hintergrundannahmen die Wahrnehmungen und Interpretationen des Embryos beeinflussen. Entsprechende Bilder, Rhetoriken und Metaphern prägen dessen Darstellungen im ethischen Diskurs und legen bestimmte Handlungsoptionen für den Umgang mit Embryonen nahe. Eine Voraussetzung des ethischen Diskurses wäre demnach ein kultureller Diskurs über die Multiperspektivität der Wahrnehmungen und Interpretationen des Embryos und die diskurstheoretische Klärung, ob es eine homogene, universelle Interpretation bioethischer Problemlagen überhaupt geben kann.

Ziel der interdisziplinär ausgerichteten Tagung ist es, nach der Bedeutung solcher pluraler Wahrnehmungen, Interpretationen und Darstellungsformen für den gegenwärtigen Bioethik-diskurs zu fragen. Hieraus sollen Perspektiven für die zukünftige Diskurskultur entwickelt werden: Müssen die Hintergrundannahmen und Darstellungsformen schon Thema des ethischen Diskurses sein? Unterlaufen sie durch ihre Unbestimmtheit und ihre imaginären Anteile nicht die bisherigen Regeln rationaler Kommunikation? Wie lassen sich in den Bereichen von Biotechnologie und Reproduktionsmedizin ethisch verantwortliche Handlungsoptionen entwickeln und dabei plurale Hintergrundannahmen wahren - wie kann also eine hegemoniale Ethik vermieden werden?

Die Tagung richtet sich an Vertreter/innen der Wissenschafts- und Forschungspolitik, Mitglieder von Ethik-Kommissionen, Medizin- und Bioethiker/innen, Sozial- und Kulturwissenschaftler/innen, Wissenschaftsjournalisten/innen, Mediziner/innen und weitere Interessierte.

Kontakt: Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG)
Knochenhauerstraße 33
30159 Hannover

Tel.: +49 - (0)511 - 1 24 14 96
Fax: +49 - (0)511 - 1 24 14 97

zfg@evlka.de
http://www.zfg-hannover.de

Veranstalter: Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG)

Schlagworte: Embryonale Stammzellen, Embryonenforschung, Genetische Tests/Beratung, Genforschung/-technik, Genomanalyse, Klonierung

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