Titel: Stammzellen - Heiler der Zukunft? Grundlagen, klinische Studien, rechtlicher Rahmen
Beginn:
26.4.2004
Veranstaltungsort:
Audimax
Referenten: mehr Informationen auf der Homepage / see their page for more information
Weitere Informationen:
http://www.vdbiol.de/bayern/Stammzellen.html
Stammzellen mit wachsendem Erfolg bei der Behandlung von Erkrankungen der Blutbildung. Seit 20 Jahren kann man embryonale
Stammzellen aus Blastozysten von Mäusen kultivieren und deren Fähigkeit studieren, sich als pluripotente Stammzellen in alle Typen von
Körperzellen zu differenzieren. Die Erfolge mit diesen embryonalen Stammzellen im Tierversuch z.B. Zuckerkrankheit oder Parkinson zu
lindern bzw. gar zu heilen, weckten Hoffnungen. Seit 6 Jahren läuft nun in einer Reihe von Ländern die Forschung mit menschlichen
embryonalen Stammzellen auf Hochtouren. Damit verstärkten sich einerseits Hoffnungen auf universelle Heiler der Zukunft und anderseits
ethische Bedenken gegen den mit der Nutzung embryonaler Stammzellen verbundenen Verbrauch überzähliger Embryonen aus
künstlichen Befruchtungen.
Derzeit gilt in Deutschland die Regelung, dass nur mit Stammzelllinien gearbeitet werden darf, die vor dem 1. Januar 2002 erzeugt und aus
dem Ausland importiert wurden. Das Europäische Parlament hat sich im November 2003 mit klarer Mehrheit für die Förderung der
Embryonenforschung ohne Stichtagregelung ausgesprochen. Deutschland, Portugal, Luxemburg, Italien und Spanien hatten sich für eine
erweiterte Stichtag-Regelung eingesetzt. Der EU- Ministerrat konnte sich in seiner Sitzung am 3. Dezember 2003 in Brüssel nicht auf eine
Stichtagregelung als Richtlinie für die Förderung der Stammzellforschung aus EU-Mitteln einigen. Damit sind nach Ablauf eines Moratoriums
ab 1. Januar 2004 Deutschland und die Länder mit Stichtagregelung von der EU-Förderung von Projekten embryonaler
Stammzellforschung weitgehend ausgeschlossen. Somit besteht dringender Gesprächs- und Handlungsbedarf:
Es geht um die Fragen: Wie weit ist die Erforschung des Entwicklungspotentials adulter und embryonaler Stammzellen von Mäusen und
Menschen gediehen? Wie weit kennt und beherrscht man die Entwicklungssteuerung von Stammzellen zu spezifischen Geweben? Wo
stehen klinische Studien und wie realistisch sind die Heilsversprechungen? Wie entwickelt sich der rechtliche Rahmen für embryonale
Stammzellforschung, wie die ethische Debatte um die Menschenwürde befruchteter Eizellen und welche Auswege aus dem Dilemma sind
sichtbar?
Mit der von den Spitzen der Stammzellforschung in Deutschland getragenen Veranstaltung will der vdbiol im 50. Jubiläumsjahr seiner
Gründung im Landesverband Bayern einen konstruktiven Beitrag zu solider Öffentlichkeitsarbeit zu den anstehenden Fragen leisten.
Die Veranstaltung richtet sich an die breite Bevölkerung, an Entscheidungsträger in der Politik, sowie an Lehrkräfte (Bayern KMS III.7-5
P4160.7 6.846), an Schülerinnen und Schüler und an Studierende. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Kontakt:
vdbiol
Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.
Landesverband Bayern
Corneliusstraße 6
80469 München
Tel.: +49 - (0)89 - 26 01 97 25
Fax: +49 - (0)89 - 51 39 92 22
info@vdbiol.de
http://www.vdbiol.de
Veranstalter: Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.
Schlagworte: Embryonale Stammzellen, Organ-/Gewebetransplantation