Titel: Der Mensch - was ist er noch?
Termin:
18.6.2004
Veranstaltungsort:
Taubertalweg 42
91541 Rothenburg o.d.T.
Referenten: nähere Informationen auf der Homepage / see their page for more information
Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?part=detai ...
In der abendländischen Tradition sieht sich der Mensch als Krone der Schöpfung. Die jüdisch-christliche Überlieferung, die diese Tradition geprägt hat, bezeichnet ihn als Ebenbild Gottes. Als solches ist er von Gott ermächtigt, sich die Erde untertan zu machen und über die anderen Lebewesen zu herrschen. An anderer Stelle ist von bebauen und bewahren die Rede. Beide Traditionsstränge entfalteten ihre je eigene Wirkungsgeschichte; häufig wurden sie auch gegeneinander gestellt. Im Kern aber laufen sie auf das Gleiche hinaus: Der Mensch darf sich als von höchster Instanz beauftragt und damit legitimiert verstehen, die Welt und alles, was darinnen ist, nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Diesen Auftrag hat er im Laufe der Geschichte intensiv Kritiker meinen exzessiv wahrgenommen: mit großen Erfolgen zum Segen der Menschheit, aber auch mit schädlichen Auswirkungen, bis hin zur Gefährdung des gesamten Ökosystems und darin sogar der eigenen Existenz.
Eine weitere Folge vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Entwicklungen ist eine zunehmende Entzauberung nicht nur der Welt, sondern auch des Menschen selbst. Den historischen Kränkungen für die Krone der Schöpfung durch Galileo, Darwin, Freud und andere sind noch weit tiefer gehende gefolgt, und in immer kürzeren Abständen kommen neue immer grundsätzlichere Infragestellungen hinzu. Die Evolutionsbiologie in einer langen Geschichte und neuerdings auch die Genomforschung haben den Abstand zur Tierwelt auf ein Minimum reduziert. Neurowissenschaftler erklären Bewusstsein und Gefühle als bloße Funktionen von Nervenzellen und stellen in der Konsequenz den freien Willen in Frage. In der Medizin sind lebensnotwendige Körperfunktionen substituierbar, Organe austauschbar, Zeugung, Geburt und Sterben zunehmend manipulierbar geworden. Das Rad solcher Entwicklungen dreht sich ständig weiter und für viele stellt sich drängend die Frage: Der Mensch was ist er noch, was bleibt ihm Eigenes, was kann er sein, was will er werden?
Zum Nachdenken und zur Diskussion über diese Fragen im interdisziplinären Gespräch zwischen Biologie, Neurowissenschaften, Medizin, Psychologie, Philosophie und Theologie laden wir alle Interessierten herzlich nach Rothenburg ein.
Kontakt:
Frau Doris Brosch
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing
Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25 (Mo - Fr: 09:00 - 12:00)
Fax: +49 - (0)8158 - 99 64 24
brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de
Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing)
Schlagworte: Embryonenforschung, Fortpflanzungsmedizin, Genforschung/-technik, Genomanalyse, Lebensbeginn, Lebensende