Titel: Physik und Biophysik zur Goethezeit: Konzepte der Natur um 1800
Beginn:
3.7.2004
Veranstaltungsort:
Karlsplatz 4
69117 Heidelberg
Referenten: Prof. Dr. Dieter Borchmeyer (Germanistisches Seminar, Universität Heidelberg) * Prof. Dr. Christoph Cremer (Kirchhoff-Institut für Physik, Heidelberg) * Prof. Dr. Thomas Cremer (Sektion Anthropologie und Humangenetik, U München) * Prof. Dr. H. Günter Dosch (Institut für Theoretische Physik, Universität Heidelberg) * Prof. Dr. Anthony D. Ho (Medizinische Universitätsklinik, Heidelberg) * Dr. Anja Höfer (Südwestfunk, Baden-Baden) * Dr. Peter Huber (Germanistisches Seminar, Universität Heidelberg) * Prof. Bernhard Maier (Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst) * MA Prof. Dr. Gerhard van Kaick (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg) * Prof. Dr. Brigitte Lohff (Institut für Geschichte der Medizin, Med. Hochsch. Hannover) * Dr. Letizia Mancino-Cremer (Vors. Goethe-Gesellschaft Heidelberg) * Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Mohr (Biologisches Institut, Universität Freiburg) * Dr. Manfred Osten (Alexander von Humboldt Stiftung, Bonn) * Prof. Dr. Horst Seller (Physiologisches Institut, Universität Heidelberg) * Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Vogel (Institut für Humangenetik, Universität Heidelberg)
Die Lebenszeit Goethes (1749 - 1832) stellt einen Umbruch in der Geschichte der Wissenschaft und der Konzepte der Natur im Allgemeinen sowie des Lebens und seiner Beziehung zu den physikalisch-chemischen Grundgesetzen dar. Viele der heute gestellten Fragen wurden damals bereits angeregt und ihre Konsequenzen - ethische eingeschlossen - diskutiert. Auch wenn der naturwissenschaftliche Stand unserer Zeit gegenüber der "Goethezeit" sich wesentlich verändert hat, so sind verschiedene damals angesprochene Grundkonzepte der Natur und ihrer bioethischen Auswirkungen immer noch von großer Aktualität.
Die Tagung möchte an ausgewählten Beispielen diese vor zweihundert Jahren schon begonnene Auseinandersetzung wieder ins Bewusstsein rufen und so den Blick schärfen für heutige Diskussionen um das Verhältnis zwischen Physik, Chemie, Zell/Molekularbiologie und Biotechnologie auf der einen und der Auffassung vom Leben auf der anderen Seite. Das interdisziplinäre Symposium wird gemeinsam von der Goethe-Gesellschaft Heidelberg, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, sowie Wissenschaftlern der Universität Heidelberg (Kirchhoff-Institut für Physik/Netzwerk "BioMolekulare Maschinen"; Germanistisches Seminar) durchgeführt. Koordiniert wird die Tagung von Dr. Letizia Mancino-Cremer, Prof. H. Günter Dosch, Prof. Christoph Cremer und Prof. Dieter Borchmeyer.
Aufgrund der intensiven Auseinandersetzung Goethes mit verschiedenen der oben genannten Problemkreise erscheint es sinnvoll, von Goethe auszugehen. Die Tagung ist jedoch keine "Goethe-Tagung" im historisierenden Sinne, sondern soll an ausgewählten Beispielen das Spektrum der Konzepte der Natur im Zeitraum von etwa 1750 bis 1850 zeigen, unter besonderer Berücksichtigung der Bezüge zwischen "Physik/Chemie" und "Leben".
Auf dem Programm stehen zunächst Goethes Verhältnis zur Naturwissenschaft, insbesondere zur Physik, sowie zu seiner Rezeption in der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts, die Rolle des Vitalismus in den Lebenswissenschaften, schließlich die Entwicklung der Zellenlehre als Beispiel eines grundlegenden Paradigmenwechsels. Im Lichte dieser Tradition werden dann heutige Grundfragen diskutiert, wie die angestrebte Synthese von molekularer Biophysik/Physiologie und Systembiologie, und hieraus sich ergebende Konzepte der Lebenswissenschaften im 21. Jahrhundert, unter Einbeziehung auch von bioethisch/gesellschaftlich relevanten Konsequenzen.
Kontakt:
Frau Dipl.-Phys. Margund Bach
BMM-Geschäftsstelle
Kirchhoff-Institut für Physik
im Neuenheimer Feld 227
69120 Heidelberg
Tel.: +49 - (0)6221 - 54 92 71
Fax: +49 - (0)6221 - 54 91 12
mbach@bmm.uni-heidelberg.de
Wissenschaftliche Leitung: Prof. H. Günter Dosch (Institut für Theoretische Physik), Prof. Dieter Borchmeyer (Germanistisches Seminar), Dr. Letizia Mancino-Cremer (Goethe-Gesellschaft Heidelberg), Prof. Christoph Cremer (Kirchhoff-Institut für Physik/Netzwerk BioMolekulare Maschinen)