Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Von der Kunst zu sterben

Termin: 29.10.2004, 14:30 Uhr, bis 31.10.2004, 12:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2 - 4
82327 Tutzing

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?lfdnr=689& ...

Kurzbeschreibung: Tod und Sterben war lange Jahrhunderte eine Domäne der Seelsorger: Wenn es ans Sterben ging, war der Priester gefragt, der Sterbende sollte nicht ohne Absolution vor seinen Herrgott treten. Tod und Sterben sind heute in den modernen westlichen Gesellschaften eine Domäne der Mediziner und Juristen; die erhitzten Fachdiskussionen über fremd- oder selbstbestimmtes Sterben sind ein Zeichen dafür, dass es keine Selbstverständlichkeiten mehr gibt am Ende des Lebens, damit aber auch keine Tabus.

Sterben war schon immer schwer. Daher haben die Menschen Jahrhunderte lang versucht, das Sterben von Jugend auf einzuüben. Die Kunst zu sterben war ein Ziel von Philosophie, Kultur und Kirche. In einer Zeit, in der die Biowissenschaften – englisch bezeichnenderweise „Life-sciences“ – immer neue Grenzenlinien überschreiten, wird Sterben möglicherweise im gesellschaftlichen Bewusstsein zum Kunstfehler.

Trauerkultur war noch Anfang des vergangenen Jahrhunderts selbstverständlich ein Element der „rités des passages“. Doch wo die Endlichkeit auf den sich absolut verstehenden Autonomieanspruch heutiger Menschen stößt, gibt es keine Übergangsriten mehr, sondern im besten Fall eine Kultur des Abschiednehmens. „Der gute Tod“ – ein uralter Topos der Religion und der Philosophie – rückt damit in weite Ferne.

Um besser ermessen zu können, was sich verändert hat, werden wir einen Vergleich mit anderen Kulturen ziehen, und im historischen Abstand zu unserer Vorgeschichte, die gegenwärtige Praxis näher betrachten. Es wird kein Mediziner, kein Naturwissenschaftler, kein Jurist referieren, sondern Experten, die sich dem kulturellen Phänomen Tod und Sterben von verschiedenen Seiten nähern. Wir werden uns mit denjenigen austauschen, die Menschen beim Sterben begleiten und der Frage nachgehen, wie weit man sein Sterben gestalten kann.

„Philosophieren lernen, heißt Sterben lernen“, sagte der französische Denker Montaigne – Wir laden Sie ein, mit uns einige Tage zu philosophieren.

Kontakt: Evangelische Akademie Tutzing
Postfach 12 27
82324 Tutzing

Tel.: +49 - (0)5158 - 25 11 27
Fax.: +49 - (0)5158 - 99 64 27

mrozek@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de

Schlagworte: Lebensbeginn, Lebensende

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