Titel: Dimensionen der Person: Genom und Gehirn. Biologische, klinische, anthropologische, ethische und rechtliche Aspekte - Klausurwochen des IWE
Termin: 28.2.2005 bis 12.3.2005
Veranstaltungsort:
Weitere Informationen:
http://www.iwe.uni-bonn.de/deutsch/index_mo14.html
Biowissenschaften und Medizin berühren zunehmend diejenigen Bereiche, die mit dem Begriff der Person in Zusammenhang gebracht werden. Dieser Bezug wird sich in Zukunft weiter verstärken, vor allem bei geplanten Forschungen und möglichen Anwendungen am menschlichen Genom und am menschlichen Gehirn. Dabei treten Genetik und Neurowissenschaften gerade in persönlichkeitsrelevanten Fragen in engen Kontakt zueinander, etwa in der Entwicklungsbiologie des Gehirns oder im Bereich der genetischen Ursachen von Schizophrenie, Epilepsie und Demenz.
Genetik und Neurowissenschaften konfrontieren somit, in je spezifischer Zugangsweise und zugleich in engem Bezug aufeinander, mit der Frage, was im Lichte moderner Medizin und Biotechnologie überhaupt unter der menschlichen Person zu verstehen ist - eine Frage, deren Beantwortung sowohl naturwissenschaftlich- medizinische Befunde als auch ontologisch-naturphilosophische Erwägungen umfasst. An diese Befunde und Erwägungen schließt sich unmittelbar das Problem an, welche Schutzwürdigkeit dem Menschen als Person zukommt - ein Problem, das seiner normativen Natur nach in Ethik und Recht beheimatet ist, in seiner praktischen Relevanz aber wiederum in Genetik und Neurowissenschaften besondere Bedeutung hat und somit in die Bereiche von Naturwissenschaft und Medizin zurückführt.
Konzeption:
Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) veranstaltet das Institut für Wissenschaft und Ethik an der Universität Bonn (IWE) im Frühjahr 2005 Klausurwochen zum Thema "Dimensionen der Person: Genom und Gehirn". Maximal 15 hoch qualifizierte Teilnehmer aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Philosophie, Theologie oder Rechtswissenschaften erhalten 2 Wochen lang die Gelegenheit zum intensiven wechselseitigen Austausch sowie zur Diskussion mit externen Experten. Lehreinheiten zur interdisziplinären Vermittlung ethisch relevanter Fragenkomplexe sind ebenso Bestandteil der Veranstaltung wie Exkursionen in einschlägige medizinisch-naturwissenschaftliche Institute, bei denen die Teilnehmer Einblicke in moderne Diagnoseverfahren und Therapieansätze wie die Verwendung von genetischen Testkits oder von bildgebenden Verfahren beim Gehirn gewinnen können (Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn, Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn, Institut für Medizin des Forschungszentrums Jülich). Die Tagung wird mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung enden.
Von den Teilnehmern wird eine hohe Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit erwartet. Postdoktorales Niveau ist gewünscht, bei herausragender Qualifikation können auch Doktoranden zugelassen werden. Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie die Reisekosten (entsprechend Bahnfahrt zweiter Klasse) werden übernommen. Während der 2 Wochen wird eine durchgehende Anwesenheit erwartet. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.
Kontakt:
Dr. Dietmar Hübner
Institut für Wissenschaft und Ethik e.V.
Bonner Talweg 57
53113 Bonn
Tel.: +49 - (0)228 - 33 64 19 28
Fax.: +49 - (0)228 - 33 64 19 50
hubner@iwe.uni-bonn.de
http://www.iwe.uni-bonn.de
Veranstalter: Institut für Wissenschaft und Ethik e.V.
Wissenschaftliche Leitung: Professor Dr. med. Christian Erich Elger (Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn), Professor Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder (IWE), Professor Dr. med. Peter Propping (Institut für Humangenetik des, Universitätsklinikums Bonn), Professor Dr. phil. Dieter Sturma (IWE, Institut für Philosophie der Universität Duisburg-Essen), Professor Dr. med. Karl Zilles (Institut für Medizin des Forschungszentrums Jülich)
Schlagworte: Genetische Tests/Beratung, Genforschung/-technik, Genomanalyse, Gentherapie, Hirnforschung