Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Risiko, Irrtum, Fehler – in der Medizin

Termin: 1.6.2005, 10:30 Uhr, bis 2.6.2005, 16:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Evangelische Akademie Tutzing
Schloss-Straße 2 - 4
82327 Tutzing

Referenten: Dr. Christoph Meier (Tutzing); Prof. Dr. Gerhard Pierer (Basel); Prof. Dr. Dietrich von Schweinitz (München); Prof. Dr. Hans-Florian Zeilhofer (Basel); Prof. Dr. Stella Reiter-Theil (Basel); Prof. Dr. Wolfgang Eisenmenger (München); Sabine und Markus Degenhardt (Peiting); Henry Kühner (Dachau); Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann (München); Ulrike Klein (Nürnberg); Sibylle Storkebaum Dipl.-Psych. (München); Hella Wagner (Augsburg); Kathrin Ohnsorge, lic.phil. (Basel); Dr. Anna-Franziska von Schweinitz (München); Dr. Stephanie Pildner v. Steinburg (München); Marianne Gegg-Haberbosch (Weilheim); Dr. Georg Münch (München); Kai F. Löwenbrück (Freiburg); Prof. Dr. Klaus Peter (München); Prof. Dr. Matthias Schrappe (Marburg); Dr. Albrecht Ohly (München); Dr. Jens Trögner (Nürnberg); Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl (München); PD Dr. Markus Weber (St. Gallen); Prof. Dr. Carmen Kaminsky (Köln)

Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?lfdnr=757& ...

Kurzbeschreibung: Patientenforen zur Ethik in der Medizin haben im Programm der Evangelischen Akademie Tutzing ihren festen Platz. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, für das Handeln und Entscheiden im Alltag medizinischer und pflegerischer Praxis, sowie bei eigener (unmittelbarer oder mittelbarer) Betroffenheit von Krankheit, Anregungen und Hilfen zu geben. Dabei soll die Sicht von Patientinnen, Patienten und Angehörigen besonders berücksichtigt werden – nicht nur für den je eigenen Fall, sondern auch im Blick auf vergleichbare Situationen. Der Schwerpunkt der Tagungsprogramme liegt auf Austausch und Gespräch: Im Dialog über ethische Fragen können eigene Anliegen mitgeteilt und mit den Perspektiven anderer Beteiligter und Betroffener konstruktiv vermittelt werden.

Irrtümer und Fehler sind in der Medizin vielfach tabu; sie machen Angst. Zwar kommen sie vor, wie überall, wo Menschen am Werk sind, aber „man redet nicht darüber“. Vielmehr werden sie häufig verheimlicht und nur selten offen kommuniziert. Damit aber wird auch die Möglichkeit vertan, für vergleichbare Situationen und Fälle aus ihnen zu lernen.

Für den Umgang mit Risiken gilt Ähnliches. Zwar muss vor Beginn einer Behandlung über die damit verbundenen Risiken aufgeklärt werden – und dies geschieht auch. Doch häufig werden dabei die Chancen groß und die Risiken klein geredet. Wichtig wäre aber ein kritisches und vor allem realistisches Abwägen von Chancen und Risiken im Vorfeld von Therapieentscheidungen. Nur eine offene und sachliche Handhabung des Problems "Risiko" kann gegen Enttäuschungen, Vorwürfe, ja Anklagen (gegen Andere oder auch gegen sich selbst) vorbeugen, wenn das Behandlungsergebnis nicht wie gewünscht ausfällt.

In vielen Lebens- und Arbeitsbereichen wird heute an einer Verbesserung des Umgangs mit Risiken, Irrtümern und Fehlern gearbeitet; es wird „Risikomanagement“ betrieben und man bemüht sich um ein „fehlerfreundliches“ Klima bzw. um „Fehlerkultur“. Medizin und Gesundheitswesen haben sich dieser Entwicklung erst vor relativ kurzer Zeit angeschlossen. Die vielversprechenden Ansätze zur Verbesserung haben noch weithin Pioniercharakter und kämpfen um ihre Anerkennung. Wie sie multipliziert werden können, welche Rahmenbedingungen dafür zu schaffen sind, und was Beteiligte und Betroffene zur Verbesserung beitragen können, soll beim Tutzinger Patientenforum 2005 diskutiert werden.

Wir laden Patientinnen/Patienten, Angehörige, Ärztinnen/Ärzte, Pflegekräfte und andere in der Krankenversorgung Tätige sowie alle sonst Interessierten herzlich nach Tutzing ein.

Kontakt: Frau Doris Brosch

Evangelische Akademie Tutzing
Schloss-Straße 2 - 4
82327 Tutzing

Tel.: +49 - (0)8158 - 25 11 25
Fax.: +49 - (0)8158 - 99 64 24

brosch@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de/

Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christoph Meier (Evangelische Akademie Tutzing), Prof. Dr. Stella Reiter-Theil (Universität Basel)

Schlagworte: Ärztliches Ethos, Arzt-Patient-Verhältnis, Krankheit, Medizinische Ethik, Pflegeethik, Pfleger-Patient-Verhältnis

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