Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE)

Titel: Ökonomie ohne Menschen? Zur Verteidigung der Kultur des Sozialen

Termin: 15.9.2005, 17:30 Uhr, bis 17.9.2005, 13:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Rathaus Schöneberg
Willy-Brandt-Saal
John-F.-Kennedy-Platz
10820 Berlin

Referenten: Prof. Dr. Oskar Negt *** Prof. Dr. Christine Morgenroth *** Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach *** Prof. Dr. Klaus Dörner u.a.

Weitere Informationen:
http://www.psychiatrie.de/dgsp/article/Oekonomie_ohne.html

Kurzbeschreibung: In dieser Tagung wird nach Vertiefungen gesucht. Dabei wird es um drei Schwerpunkte gehen, die miteinander zusammenhängen:

1. Zwischenmenschlichkeit auf dem Prüfstand

Der Zusammenhang von Fachlichkeit, Ethik und Beziehungsarbeit in den sozialen- und Gesundheitsberufen soll beschrieben werden. Ferner soll versucht werden, gegenwärtige Entsolidarisierungsprozesse in einen historischen Kontext einzuordnen. Darüber hinaus wird die Bedeutung sprachlicher Fassadenbildungen, z. B. beim modernen Qualitätsvokabular sowie Verschleierungen bei der Beschreibung sozialer Zusammenhänge zum Thema gemacht.

2. Handeln im Spannungsfeld zwischen „mainstream“ und „besserem Wissen“

Hier soll es um die Spannungen gehen, die gegenwärtig in vielen Arbeitsfeldern für MitarbeiterInnen entstehen, die bei gleichzeitiger Verknappung ihrer „Sozialzeit“ eine massive Erhöhung ihrer „Bürozeit“ und ein Auseinanderklaffen von inhalticher Arbeit und Fassade erleben.

Zur Bereicherung der Diskussion und zur Differenzierung der Meinungsbildung soll der Umgang der Soltauer Initiative mit dem angedeuteten Spannungsfeld in fundierter Weise auch kritisch durchleuchtet und mögliche Gegenpositionen artikuliert werden.

Für Leitungen in sozialen Einrichtungen entstehen besondere Spannungen. Untersucht wird u.a. die Frage: Verfällt die Kultur verantwortlichen Leitens unter den gegenwärtigen Bedingungen in Richtung Anordnungskultur vom Schreibtisch her oder wie wäre sie konstruktiv zu beschreiben?

3. Diktat des Marktes? Mythen, Auswirkungen, Alternativen

Nicht alles, was uns als Sachzwang präsentiert wird, sollten wir glauben. Manches lässt sich ganz anders entschlüsseln. Wir wollen Aussagen zur Entwicklung von Ökonomie und Sozialstaat hinterfragen und nicht als Dogmen hinnehmen. Die Entzauberung politischer und medialer Mythen und Legenden kann an sich schon eine befreiende Wirkung haben.

Außerdem soll es hier ganz konkret um die von Betroffenen authentisch geschilderten Auswirkungen sogenannter „Reformen“ gehen, also um den eigentlichen Brennpunkt der ganzen Tagung.

Da bei der Tagungsgestaltung unbeirrbare Optimisten am Werk waren, endet sie mit der Vorstellung möglicher politischer Alternativen, einer Ideenbörse zum Entdecken neuer Spielräume im Alltag und der Frage, welche Korrektive wir zur Entsolidarisierung und Technokratisierung im Sozial- und Gesundheitswesen brauchen. Dieses wichtige Thema wird am Ende der Tagung im Rahmen einer Podiumsdiskussion von namhaften Experten verhandelt.

Kontakt: Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP)
Zeltinger Straße 9
50969 Köln

Tel.: +49 - (0)221 - 51 10 02
Fax.: +49 - (0)221 - 52 99 03

dgsp@netcologne.de
http://www.psychiatrie.de/

Veranstalter: Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e. V., Soltauer Initiative zu Sozialpolitik und Ethik

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